Mehr als nur ein Mehrgenerationenroman
„Real Americans“ von Rachel Khong ist ja wohl eines der Hype-Bücher des Jahres und ich muss zugeben, auch mich hat’s total geflasht. Ich war von Anfang an drin in dieser Geschichte, die zunächst wie ein klassischer Mehrgenerationenroman wirkt, sich dann aber zu etwas deutlich Größerem entwickelt.
Wir beginnen in New York City an Silvester 1999: Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und schlägt sich als unbezahlte Praktikantin durch. Als sie Matthew kennenlernt prallen zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten aufeinander, denn er ist nicht nur der Neffe ihres Chefs, sondern auch Teil einer äußerst wohlhabenden Familie. Mehr als zwanzig Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt, dass ihm ein Teil seiner Geschichte fehlt, doch seine Mutter hält sich bedeckt. Dennoch schafft es Nick nach und nach, das Geheimnis aufzudecken, die Motivation seiner Mutter, aber auch die seiner Großmutter, zu verstehen.
Die Familiengeschichte an sich ist schon super interessant; es geht um Herkunft, soziale Unterschiede, Migration, Identität und auch die Frage, wie sehr unsere Familien unser Leben prägen. Aber der Roman ist eben noch mehr. Nach und nach kristallisiert sich eine weitere Ebene heraus und die Fragen, mit denen Nick, Lily und auch May konfrontiert sind, erhalten eine ethische Dimension.
Ich will nicht spoilern, deshalb kann ich nur sagen, dass der Roman diese Fragen darüber, was uns zu dem macht, wer wir sind, sehr klug erörtert. Natur, Umwelt, Herkunft, gezielte Entscheidungen, den Einfluss der Wissenschaft – all diese Punkte arbeitet Rachel Khong nicht nur beispielhaft ab, sondern bettet sie authentisch in die Handlungen, Entscheidungen und Leben ihrer Figuren ein.
Dadurch erhalten viele Aspekte des Romans im Laufe der Geschichte eine zweite Bedeutung. Dinge, Informationen, die zunächst nebensächlich wirken, entfalten später eine Art Metaebene. Es zieht sich von der ersten Seite an ein roter Faden durch den Roman, den man teilweise erst viel später wirklich erkennt. Das ist geschickt konstruiert wirkt aber gleichzeitig nicht künstlich, was ein Kunststück für sich ist.
Für mich war „Real Americans“ eine echte Überraschung und ich kann’s nur wärmstens weiterempfehlen.
Wir beginnen in New York City an Silvester 1999: Lily Chen ist 22, Tochter chinesischer Einwanderer und schlägt sich als unbezahlte Praktikantin durch. Als sie Matthew kennenlernt prallen zwei völlig unterschiedliche Lebenswelten aufeinander, denn er ist nicht nur der Neffe ihres Chefs, sondern auch Teil einer äußerst wohlhabenden Familie. Mehr als zwanzig Jahre später lebt Lilys Sohn Nick mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Er spürt, dass ihm ein Teil seiner Geschichte fehlt, doch seine Mutter hält sich bedeckt. Dennoch schafft es Nick nach und nach, das Geheimnis aufzudecken, die Motivation seiner Mutter, aber auch die seiner Großmutter, zu verstehen.
Die Familiengeschichte an sich ist schon super interessant; es geht um Herkunft, soziale Unterschiede, Migration, Identität und auch die Frage, wie sehr unsere Familien unser Leben prägen. Aber der Roman ist eben noch mehr. Nach und nach kristallisiert sich eine weitere Ebene heraus und die Fragen, mit denen Nick, Lily und auch May konfrontiert sind, erhalten eine ethische Dimension.
Ich will nicht spoilern, deshalb kann ich nur sagen, dass der Roman diese Fragen darüber, was uns zu dem macht, wer wir sind, sehr klug erörtert. Natur, Umwelt, Herkunft, gezielte Entscheidungen, den Einfluss der Wissenschaft – all diese Punkte arbeitet Rachel Khong nicht nur beispielhaft ab, sondern bettet sie authentisch in die Handlungen, Entscheidungen und Leben ihrer Figuren ein.
Dadurch erhalten viele Aspekte des Romans im Laufe der Geschichte eine zweite Bedeutung. Dinge, Informationen, die zunächst nebensächlich wirken, entfalten später eine Art Metaebene. Es zieht sich von der ersten Seite an ein roter Faden durch den Roman, den man teilweise erst viel später wirklich erkennt. Das ist geschickt konstruiert wirkt aber gleichzeitig nicht künstlich, was ein Kunststück für sich ist.
Für mich war „Real Americans“ eine echte Überraschung und ich kann’s nur wärmstens weiterempfehlen.