Scheitern trotz bester Voraussetzungen

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hase Avatar

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Über fünfhundert Seiten benötigen Lese-Zeit und versprechen Hineinwachsen in eine Geschichte.

Gegliedert ist diese umfangreiche Handlung in drei Abschnitte,die Zensur bedeuten, da sie jeweils einen eigen Schwerpunkt haben.Der Handlungsfaden bleibt dabei durchgängig,verdröstelt sich, löst sich auf.

Der erste Abschnitt beginnt mit der nicht ganz unproblematischen Beziehung zwischen Matthew, etabliert, aus wohlhabender Familie und Lily, Kunststudentin, Tochter von chinesichen Akademikern, die integriert in dem amerikanischen Gesellschaftssystem leben.Das klingt alles nach einer sehr einfachen und leichten Geschichte, ist es aber nicht, durch das schwierige Beziehungsgeflecht zwischen den beiden Herkunftsfamilien.
Zeitlicher Hintergrund ist New York vor den Anschlägen auf das World Tradecenter , der unmittelbaren und späteren Auswirkung der Ereignisse.

Abschnitt zwei und drei sind jeweils Zeitsprünge in der Geschichte, im zweiten Abschnitt kommt der Sohn in den Mittelpunkt, im letzten Abschnitt die Eltern von Lily, mit Schwerpunkt auf der Mutter.
In der laufenden Erzählung wird allerdings auf Vorwissen aufgebaut, so dass ein Vor-und Zurückblättern zum Verständnis durchaus hilfreich sein kann.

Problematik neben der Beziehung und den politischen Ereignissen gibt in großer Auswahl, Drogensucht, genereller Rassismus, soziales Gefälle, Ethik im Rahmen der genetischen Forschung.Dies wirkt sehr ambitioniert, aus meiner Sicht ist es zu viel, was angerissen, aber nicht beendet wird. So bleibt es nur eine Geschichte ohne eigentliche Aussage.
Auch das Vorgreifen, auf eigentlich noch nicht Erzähltes, macht das Lesen recht unbehaglich.

Ein Unterhaltungsroman, sprachlich nicht auf sehr hohem Niveau, was eventuell der Übersetzung geschuldet sein mag, bleibt das Buch für mich hinter den Erwartungen nach den Laudatio auf dem Cover zurück.