Schmöker mit Anspruch!

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mike nelson Avatar

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Schmöker mit Anspruch! Wirklich gehaltvolle fünfhundertundzwanzig Seiten, die insgesamt einen Roman ergeben, den ich immer wieder gerne zur Hand genommen habe. Rachel Khong ist mit "Real Americans" eine ansprechende und anspruchsvolle, drei Generationen umspannende Geschichte gelungen. Es ist eine Einwanderungsgeschichte, die einmündet in eine Geschichte der Identitätssuche bis hin zur Veränderung der Identität mittels Genmanipulation - schwergewichtige Themen zwischen den Buchdeckeln, leichtgängig erzählt. May und Charles (in China eigentlich Mei und Wen) gelingt die Flucht aus ihrem Heimatland nach Amerika, weil sie unter Maos Regime nicht nur ihre Festnahme sondern auch einen Verzicht auf ihre Forschungen befürchten müssen. In den USA trifft May auf Otto Maier, den Besitzer eines großen Pharmaunternehmens - sie kann ihre Forschungen fortsetzen: Wie kann es gelingen, Erbgänge zu beeinflussen? Tochter Lily , die den Kontakt zu Mutter May schon lange abgebrochen hat, lernt Matthew Maier kennen, ahnt aber nicht, dass Mutter May gemeinsam mit Matthews Vater geforscht hat. Ihr gemeinsamer Sohn Nick, der zunächst nichts von seinem Vater Matthew weiß, begibt sich auf Spurensuche, versucht die gesamte Familiengeschichte aufzurollen. 'Wo komme ich her und wer werde ich sein' - die zentralen Fragen des empfehlenswerten Romans.