Selbstgemachter Rassismus, der Fragen aufwirft. Herausragend. Aufrüttelnd.
Ich kann nicht so recht verstehen, wieso Real Americans so sehr gefeiert wird.
Mich hat es, vor allem auf der ersten Hälfte, eher frustriert und ist hinter meinen Erwartungen zurück geblieben.
Es ist sicher realitätsnah und schreibt authentische Charaktere, doch von so einem Buch hätte ich mir etwas mehr „feministisches Werden“, mehr weibliche Power, im Sinne von wirklich starker Selbstentwicklung und Erkenntnis, erhofft.
Das kann man allerdings klar nicht dem Buch zuschreiben, sondern eben dem unzutreffenden Bild, das ich mir im Vorhinein - warum auch immer - gemalt habe.
Real Americans ist ausgezeichnet geschrieben, flüssig zu lesen und trotz seines Umfangs in keinster Weise sperrig. Meine Frustration beruht darauf, dass selbst heute noch Frauen dieses schwache Selbstbild haben, dass sie orientierungslos in ein Leben geschickt werden, ohne zu wissen, wer sie sind und vor allem, ohne sich selbst zu lieben. Und das eben das auch so sehr durch diese Geschichte getragen und in allen Einzelheiten von der Protagonistin durchdacht wird. Es ist ein Problem, das existent ist, es ist von der Autorin außerordentlich gut aufgegriffen, es ist wichtig und richtig und sollte thematisiert werden. Doch, so ausführlich gelesen, erlebt, mitgefühlt, identifiziert man sich auch leicht damit und verstärkt es in sich. Das entscheidet ganze Werdegänge bis in die nachfolgenden Generationen, wie man hier gut sehen kann. Und das ist ja auch genau Teil dessen, was das Buch womöglich zeigen will.
Bei mir verbleibt das Gefühl, dass eher die männlichen Charaktere, deutlicher, klarer, einfühlbarer gezeichnet werden, während die weiblichen teilweise verwaschen, unklar, schwieriger nachfühlbar, unsicherer bleiben.
Besonders schwieriger Punkt war für mich die Rassismus-Frage. Die allerdings sehr pointiert getroffen ist - in meinem Leben war sie schon auf eben diese Weise Thema. Doch nervt sie mich unheimlich.
Die Protagonistin fragt an so vielen Stellen nach Unterschieden und nach Rassismus, an denen man auch einfach nach Gemeinsamkeiten schauen könnte oder Dinge einfach sein lassen, im Sinne von existieren. Diversität ist gut. Diversität ist gesund. Es ist in meinen Augen so viel selbst gemachter Rassismus, der gar nicht nötig wäre. Quasi ein sich selbst „Rassifizieren“. Das letztlich eine extrem trennende Wirkung hat und soziale Kluften verschärft. Das aus Menschen Täter macht, die gar keine sind. Mit einer großen Portion mehr Selbstliebe und Positionierung der eigenen Person, wäre ein riesengroßer Teil dieser Thematik schon vom Tisch gewischt. Man muss eben Rassismus auch nicht zwangsläufig zu einem noch größeren Monster machen, als er ohnehin ist; denn das marginalisiert ihn m.E. dort, wo er tatsächlich wütet.
Das ist ein wirklich sehr, sehr schwieriges Spannungsfeld das hier aufgeworfen wird und hinter dem tatsächlich die eigentliche Geschichte diese Romans für mich in den Hintergrund rückt - die ich im Übrigen sehr spannend und gelungen finde.
Und am Ende, ist ganz genau das vielleicht doch das, was zeigt, was dieses Buch kann, was es großartig macht - es polarisiert, es wühlt auf, es zwingt zur Auseinandersetzung, es ist unbequem und es tut weh, es verärgert, es macht wütend und es rüttelt auf. Und schließlich habe ich gelernt, ohne belehrt worden zu sein.
Real Americans ist ein Buch, das ich zweimal, vielleicht dreimal lesen muss, lesen will, um es auch nur im Ansatz richtig tief zu verstehen. Dessen Wertung ich sicher noch viele Male hinterfragen werde.
Last but not least finde ich die Gestaltung richtig schön. Die Farben, der leichte Perlglanz des Umschlags und die gezeichnete Auster sind sehr stimmig, sehen edel und wertig aus, es gibt einen inhaltlichen Bezug und es fühlt sich haptisch gut an. Ein schönes Buch.
Mich hat es, vor allem auf der ersten Hälfte, eher frustriert und ist hinter meinen Erwartungen zurück geblieben.
Es ist sicher realitätsnah und schreibt authentische Charaktere, doch von so einem Buch hätte ich mir etwas mehr „feministisches Werden“, mehr weibliche Power, im Sinne von wirklich starker Selbstentwicklung und Erkenntnis, erhofft.
Das kann man allerdings klar nicht dem Buch zuschreiben, sondern eben dem unzutreffenden Bild, das ich mir im Vorhinein - warum auch immer - gemalt habe.
Real Americans ist ausgezeichnet geschrieben, flüssig zu lesen und trotz seines Umfangs in keinster Weise sperrig. Meine Frustration beruht darauf, dass selbst heute noch Frauen dieses schwache Selbstbild haben, dass sie orientierungslos in ein Leben geschickt werden, ohne zu wissen, wer sie sind und vor allem, ohne sich selbst zu lieben. Und das eben das auch so sehr durch diese Geschichte getragen und in allen Einzelheiten von der Protagonistin durchdacht wird. Es ist ein Problem, das existent ist, es ist von der Autorin außerordentlich gut aufgegriffen, es ist wichtig und richtig und sollte thematisiert werden. Doch, so ausführlich gelesen, erlebt, mitgefühlt, identifiziert man sich auch leicht damit und verstärkt es in sich. Das entscheidet ganze Werdegänge bis in die nachfolgenden Generationen, wie man hier gut sehen kann. Und das ist ja auch genau Teil dessen, was das Buch womöglich zeigen will.
Bei mir verbleibt das Gefühl, dass eher die männlichen Charaktere, deutlicher, klarer, einfühlbarer gezeichnet werden, während die weiblichen teilweise verwaschen, unklar, schwieriger nachfühlbar, unsicherer bleiben.
Besonders schwieriger Punkt war für mich die Rassismus-Frage. Die allerdings sehr pointiert getroffen ist - in meinem Leben war sie schon auf eben diese Weise Thema. Doch nervt sie mich unheimlich.
Die Protagonistin fragt an so vielen Stellen nach Unterschieden und nach Rassismus, an denen man auch einfach nach Gemeinsamkeiten schauen könnte oder Dinge einfach sein lassen, im Sinne von existieren. Diversität ist gut. Diversität ist gesund. Es ist in meinen Augen so viel selbst gemachter Rassismus, der gar nicht nötig wäre. Quasi ein sich selbst „Rassifizieren“. Das letztlich eine extrem trennende Wirkung hat und soziale Kluften verschärft. Das aus Menschen Täter macht, die gar keine sind. Mit einer großen Portion mehr Selbstliebe und Positionierung der eigenen Person, wäre ein riesengroßer Teil dieser Thematik schon vom Tisch gewischt. Man muss eben Rassismus auch nicht zwangsläufig zu einem noch größeren Monster machen, als er ohnehin ist; denn das marginalisiert ihn m.E. dort, wo er tatsächlich wütet.
Das ist ein wirklich sehr, sehr schwieriges Spannungsfeld das hier aufgeworfen wird und hinter dem tatsächlich die eigentliche Geschichte diese Romans für mich in den Hintergrund rückt - die ich im Übrigen sehr spannend und gelungen finde.
Und am Ende, ist ganz genau das vielleicht doch das, was zeigt, was dieses Buch kann, was es großartig macht - es polarisiert, es wühlt auf, es zwingt zur Auseinandersetzung, es ist unbequem und es tut weh, es verärgert, es macht wütend und es rüttelt auf. Und schließlich habe ich gelernt, ohne belehrt worden zu sein.
Real Americans ist ein Buch, das ich zweimal, vielleicht dreimal lesen muss, lesen will, um es auch nur im Ansatz richtig tief zu verstehen. Dessen Wertung ich sicher noch viele Male hinterfragen werde.
Last but not least finde ich die Gestaltung richtig schön. Die Farben, der leichte Perlglanz des Umschlags und die gezeichnete Auster sind sehr stimmig, sehen edel und wertig aus, es gibt einen inhaltlichen Bezug und es fühlt sich haptisch gut an. Ein schönes Buch.