Spannend erzählt mit kleinen Schwächen

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franni Avatar

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Real Americans hat mir insgesamt gut gefallen. Besonders überzeugt hat mich die Erzählweise mit den wechselnden Zeitebenen und Perspektiven. Die Geschichten von Lily, ihrem Sohn Nick und ihrer Mutter May greifen nach und nach ineinander und ergeben ein stimmiges Gesamtbild. Gerade diese unterschiedlichen Blickwinkel haben die Geschichte für mich besonders interessant gemacht.

Mit den Figuren konnte ich mich schnell anfreunden. Lilys Suche nach ihrem Platz im Leben, Nicks Fragen nach seiner Herkunft und Mays Vergangenheit haben mich emotional abgeholt. Auch die Einblicke in die Geschichte Chinas, insbesondere rund um die Kulturrevolution, fand ich sehr spannend. Ganz nebenbei konnte ich mein Wissen über die chinesische Geschichte wieder etwas auffrischen.

An einigen Stellen hätte die Handlung für meinen Geschmack etwas straffer erzählt werden können, da sich das Buch zwischendurch etwas gezogen hat. Auch die große Auflösung beziehungsweise der Clou am Ende wirkte auf mich etwas konstruiert und nicht ganz glaubwürdig. Trotzdem hat das meinen positiven Gesamteindruck nicht wesentlich geschmälert.

Insgesamt ist Real Americans ein berührender Familienroman mit interessanten Figuren, einer gelungenen Erzählstruktur und vielen Denkanstößen zu Herkunft, Identität und den Entscheidungen, die Generationen miteinander verbinden.