Spannende Familiengeschichte

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Real Americans von Rachel Khong erzählt die Geschichte von Lilly, Nick und May und verbinde dabei Schicksale mit großen gesellschaftlichen Fragen.

Zunächst einmal, das schlichte Cover ist sehr schön gestaltet und hat mich sofort angesprochen, ebenfalls den kurzen, prägnante Titel — auch wenn man sich darunter erst mal nichts über den Inhalt vorstellen kann. Der Schreibstil ist eher ruhig und angenehm.
Der Roman teilt sich in drei Abschnitte auf, der erste Teil handeln aus Lilas Perspektive, dann von ihrem Sohn Nick und zum Schluss rückblickend aus Sicht von Lillis Mutter May. Inhaltlich wird man als Leser erst mal in die aktuellen Geschehnisse involviert, zeitversetzt auch aus Sicht des Sohnes, und man erhält erst am Ende die Hintergrundgeschichte wie alles dazu gekommen ist.
Die Themen des Romans sind sehr vielschichtig - er handelt von Identität, Migration, Familiengeheimnisse, soziale Unterschiede, Prägung sowie Genforschung und Wissenschaft.

Die Figuren wirken vielschichtig und glaubwürdig. Ihre inneren Konflikte und Unsicherheiten werden ausführlich dargestellt, wodurch man ihre Beweggründe gut nachvollziehen kann. Gleichzeitig ist genau das auch ein kleiner Kritikpunkt: Manche Passagen sind sehr detailliert und ausschweifend erzählt, was zwar zur Tiefe beträgt. aber dadurch verliert die Handlung an Tempo. An manchen Stellen habe ich mir eine straffere Erzählweise gewünscht. Trotz dieser Längen bleibt das Buch für mich insgesamt überzeugend. Die Kombination aus spannenden Grundidee, gesellschaftliche Relevanz und emotionaler Familiengeschichte hat mich zum nachdenken gebracht. Die Geschichte bleibt im Gedächtnis, weil sie wichtige Fragen stellt und nicht oberflächlich bleibt. Insgesamt ein lesenswertes Buch - etwas lang, aber einen starken und spannenden Kern.