Spannender Aufbau

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jo.spricht Avatar

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"Real Americans" ist der schon etwas zynische Titel dieses Mehrgenerationen-Romans. Das Buch ist in drei Teile aufgesplittet, die jeweils aus der Perspektive von Lily, ihrem Sohn Nick und ihrer Mutter Mei geschrieben sind. Im Kern behandelt das Buch die Frage, was die Nationalität eines Menschen ausmacht. Mei wächst in der Zeit Mao in China auf und muss miterleben, wie immer mehr Menschen aufgrund ihrer Kommunismus-Kritik verhaftet werden. Ihre Tochter Lily wächst in den USA auf, ohne je die Sprache ihrer Eltern gelernt zu haben. Ihr Sohn Nick wiederum ist Halbamerikaner und sieht so gar nicht chinesisch aus, hat zu seinem Vater lange keinerlei Beziehung und befindet sich so verständlicherweise in einer Identitätskrise, wenn man das als Jugendlicher so nennen darf. Die einzelnen Geschichten werden von der Autorin wunderbar miteinander verwoben. Sie berühren für sich stehend bereits und umso mehr, da wir die Konsequenzen der Entscheidungen Meis erfahren, bevor wir ihre tragische Geschichte hören. Ein großartiges Buch!