Total enttäuschend

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tänja_radi Avatar

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Bei diesem Buch handelt es sich um einen Roman über drei Generationen, der in drei Abschnitten aus der Perspektive dreier Familenmitglieder erzählt wird.

Schon auf den ersten fünfzig Seiten fiel mir auf, dass die erste Protagonistin relativ unreflektiert wirkt. Sie nimmt vieles wahr, aber es folgt kein Nachdenken oder eine Veränderung. Ich war außerdem irritiert darüber, dass die Geschichte Anfang der 2000er spielt.Ein Millenium-Vibe kam bei mir nicht auf. Stattdessen wiederholte sich vieles und mancher Handlungsstrang lief völlig ins Leere. Die fehlende Emotionalität lies die erste Protagonistin auf mich wirken, wie eine Person auf Valium. Auch wenn etwas Krasses passiert, passiert bei der Protagonistin nicht viel.

Doch es taten sich ein paar interessante Geheimnisse auf am Ende des ersten Abschnitts, also bin ich dran geblieben. Nicks Geschichte war dann auch erstmal spannender. Ich habe mir viele Gedanken über die zahlreichen Andeutungen gemacht, zum Beipsiel wofür die Austern stehen könnten, die immer wieder auftauchen. Letztendlich habe ich mir da scheinbar mehr Gedanken gemacht als die Autorin. Es werden so viele interessante Gedankengänge aufgeworfen, aber weder - auch nur Ansatzweise - reflektiert noch beantwortet. Alle Protagonist*innen lassen konsequent jede Chance aus, sich mit den für sie hochrelevanten Familiengeheimnissen oder auch der Familiengeschichte auseinanderzusetzen.

Das „Herausragendste“ - wie der Roman auf dem Cover so schön beworben wird- war für mich noch die Ironie, dass der Text immer wieder selbst auf die fehlenden Inhalte hinweist. So könnte man Zitate wie „Es gab nichts, was gesagt werden musste“ (S. 326) zum Motto des Romans machen. Manchmal gibt es wirklich herausragende Sätze, die pointiert und witzig sind. Diese werden aber regelmäßig von zu langen, irrelevanten Ausführungen zerstört.

Ich bin wirklich enttäuscht, weil der Plot so viel Potenzial hat und wirklich keiner der guten Ansätze ausgebaut wurde. Wenn ich Lektorin des Romans gewesen wäre, ich hätte ihn um 4/5 gekürzt und die Autorin einen der wirklich interessanten Ansätze ausbauen lassen, zum Beispiel Genmanipulation, reiche rassistische Amerikaner oder auch China unter Mao. Leider verpuffen diese hier allesamt, sodass der Roman mich einfach nur enttäuscht hat.