Über Familie und Fehler

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katzenminze Avatar

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Lily ist 22 und lebt in New York. Trotz abgeschlossenem Studium kratzt sie am Existenzminimun und hat das Gefühl, eine stetige Enttäuschung für ihre Mutter zu sein. Dann lernt sie Matthew kennen und die beiden verlieben sich sofort. Doch Lily zweifelt: Matthew kommt aus einer extrem wohlhabenden Familie. Seinen Reichtum kann sie kaum ermessen. Kann eine Beziehung mit einem so großen Klassenunterschied funktionieren? Und wird Lily - ein Kind chinesischer Einwanderer - an der Seite des privilegierten Vorzeigeamerikaners Matthew je ernst genommen werden? Doch es scheint, als würde alles gut gehen.
20 Jahre später lebt Lily mit ihrem Sohn Nick auf San Juan Island. Allein. Warum kennt er weder seinen Vater noch seine Großeltern? Was ist passiert, dass Lily alle Brücken hinter sich abgebrochen hat? Nick ist auf dem Weg das herauszufinden. Und vielleicht wird Lilys Geheimnis die Beziehung zu ihrem geliebten Sohn nachhaltig beschädigen.

Rachel Khong erzählt in "Real Americans" von lebensverändernden Entscheidungen, von Liebe, von wechselhaften Eltern-Kind-Beziehungen, von Freundschaft, Geld, Zugehörigkeit, Moral und Fehlern, die sich wiederholen. Und das auf eine Art und Weise, dass die über 500 Seiten nur so dahinfliegen. Wie ihre Figuren ist der Erzählton eher nachdenklich und ruhig aber alles wirkt erstaunlich echt und authentisch und ist genau deswegen so mitreißend.

Einzig zu kritisieren habe ich, dass der dritte und letzte Teil des Romans in meinen Augen nicht so stark war, wie die vorangegangenen über Lily und über Nick. Nichtsdestotrotz ist "Real Americans" ein wunderbar lebendiger und kluger amerikanischer Roman par excellence, der Fans von Nathan Hill, Paul Murray oder Min Jin Lee große Freude bereiten wird!