Vielschichtig

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kalligrafin Avatar

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Der Roman "Real Americans" von Rachel Khong wurde als einer der besten unserer Zeit, vor allem in den USA, gehandelt und dem würde ich auch zustimmen.

Das umfangreiche Werk ist in drei Teile gegliedert, die sich mit den Lebensphasen von Lily, ihrem Sohn Nick und ihrer Mutter befassen. Wir begleiten zunächst Lily, eine unbezahlte Praktikatin in New York mit chinesischen Wurzeln, in den Jahren 1999 bis 2005, die den reichen Unternehmenssohn Matthew kennen und lieben lernt. Bis dahin könnte man meinen, es handle sich um einen Liebesroman, doch die Liebe steht mitunter von Lilys Zweifeln unter einem schlechten Stern.

So verheimlicht sie ihrem Sohn Nick, um den es sich im zweiten Teil dreht, die Herkunft seines Vaters. Nick hat keine chinesischen Züge und ist daher besonders an seinem Vater interessiert. Wir begleiten ihn im Jahr 2021, in dem er sich mit seinem besten Freund Thimothy um Colleges bewirbt und nach seinem Vater sucht. Eine Szene mit Austern, die auf dem Cover zu finden ist, spielt eine zentrale Rolle in dem Werk.

Im Jahr 2030 erfahren wir mehr über Lilys Mutter May und ihre bewegende Geschichte. Am Ende fügen sich alle Puzzleteile, insbesondere für Nick, zusammen.

Fazit: Der Schreibstil ist leicht und packend zugleich in dem Roman, der sich viel mit Identitäten, Angst vor Generbfolgen und der Frage nach der eigenen Herkunft befasst. Daher ist der Roman kein reiner Identitäts-, Geschichts- oder Familienroman, sondern vielmehr eine gelungene Mischung aus allem.