Von Generationen, Glück und Genetik

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worte.wald Avatar

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"Ich war kein Mensch, der Glück hatte. Ich hatte nie den Wahrscheinlichkeiten getrotzt. Schon als chinesische Frau geboren zu werden, war das Wahrscheinlichste, was einem Menschen passieren konnte." (S.18)

Es ist 1999 als Lily Chen, 22 Jahre alt, Tochter chinesischer Einwanderer und unbezahlte Praktikantin in einem hippen Medienunternehmen, den charmanten Matthew trifft. Sie verliebt sich, noch bevor sie weiß, dass er der Erbe eines Pharmaimperiums ist - und noch nie in seinem Leben Geldsorgen hatte. Jahre später, 2021, lebt Nick, Lilys Sohn, mit ihr auf einer abgelegenen Insel. Gemeinsam mit seinem besten Freund Timothy macht er sich auf die Suche nach seinem Vater ...

In drei unterschiedlichen POVs wird die Geschichte einer Familie erzählt, die von Glück und Genetik abhängt. Die Einwanderung der Familie Chen in die USA eröffnet ihnen im wahrsten Sinne des Wortes eine neue Welt. Doch wie vereint man diese neue Realität mit der inneren Identität?

Ich habe das Buch sehr gerne gelesen! Es ist mit rund 520 Seiten relativ "dick", aber für mich hat es sich trotzdem sehr gut weggelesen. Der Schreibstil war wirklich sehr angenehm. Ich mochte außerdem, dass die drei POVs hintereinander angeordnet und miteinander verbunden waren. Auch die Austern-Symbolik hat mir sehr gut gefallen (Wie schon das Cover!).

Glück spielt eine große Rolle in dieser Erzählung, was direkt einen großen Deutungsspielraum eröffnet. Oft habe ich beim Lesen gedacht, dass es schon viele Zufälle gibt - genauso gut können diese aber auch als "Glücksfälle" gedeutet werden.

Manchmal hätte ich mir ein wenig mehr direkte Konfrontation gewünscht, viele Konflikte werden eher durch Nicht-Kommunikation weitergetragen. Nichtsdestotrotz hat mich das Buch oft überrascht und sehr gut unterhalten.

Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

4/5 Sterne