Was uns formt - Gene, Geheimnisse und Generationen
„Real Americans“ von Rachel Khong ist für mich ein vielschichtiger, kluger Roman, der seine volle Wirkung vor allem durch seine raffiniert aufgebauten Zeitebenen und wechselnden Erzählperspektiven entfaltet.
Schon das Cover mit der kunstvoll dargestellten Auster ist ein starkes Sinnbild. Sie steht nicht nur für etwas Wertvolles, das sich Schicht für Schicht bildet, sondern auch für das Verborgene, für Herkunft und innere Wahrheit. Genau wie die Geschichte selbst legt der Roman nach und nach frei, was lange geschützt oder verschwiegen wurde.
Die Autorin beginnt mit Lily Chen, der Tochter chinesischer Einwanderer. Wir erleben ihre Perspektive unmittelbar: ihre Liebe zu Matthew, dem privilegierten Erben eines Pharma-Konzerns, nur mithilfe künstlicher Befruchtung bekommen sie Sohn Nick, doch die Ehe scheitert.
Lilys Geschichte ist emotional, reflektiert und für mich der stärkste Teil des Buches.
Dann verschiebt sich der Fokus viele Jahre nach vorne zu ihrem Sohn Nick. Seine Perspektive bringt eine neue Dynamik hinein. Als junger Mann begibt er sich auf die Suche nach seinem Vater und stößt dabei auf Wahrheiten, die nicht nur seine eigene Herkunft, sondern das Fundament seiner Familie infrage stellen. Durch ihn bekommt die Geschichte einen suchenden, fast forschenden Ton.
Im letzten Teil führt Khong uns noch weiter zurück: zu May und Charles. Besonders Mays Kindheit und Jugend in China, ihre Flucht in die USA und ihr Weg als Wissenschaftlerin eröffnen eine historische und emotionale Tiefenschicht, die vieles in neuem Licht erscheinen lässt.
Trotz der komplexen Struktur wirkte nichts überladen. Die flüssige, klare Sprache trägt durch Jahrzehnte und Perspektiven. Wissenschaftliche Themen wie Genetik und ethische Grenzfragen sind klug eingebettet und werfen große Fragen auf: Wer sind wir? Woher kommen wir? Und wie sehr dürfen wir in das Leben eingreifen?
Wenn man vielschichtige Familienromane mit mehreren Generationen, starken Figuren und fein eingebetteten Science-Fiction-Elementen schätzt, ist „Real Americans“ eine absolute Leseempfehlung.
Schon das Cover mit der kunstvoll dargestellten Auster ist ein starkes Sinnbild. Sie steht nicht nur für etwas Wertvolles, das sich Schicht für Schicht bildet, sondern auch für das Verborgene, für Herkunft und innere Wahrheit. Genau wie die Geschichte selbst legt der Roman nach und nach frei, was lange geschützt oder verschwiegen wurde.
Die Autorin beginnt mit Lily Chen, der Tochter chinesischer Einwanderer. Wir erleben ihre Perspektive unmittelbar: ihre Liebe zu Matthew, dem privilegierten Erben eines Pharma-Konzerns, nur mithilfe künstlicher Befruchtung bekommen sie Sohn Nick, doch die Ehe scheitert.
Lilys Geschichte ist emotional, reflektiert und für mich der stärkste Teil des Buches.
Dann verschiebt sich der Fokus viele Jahre nach vorne zu ihrem Sohn Nick. Seine Perspektive bringt eine neue Dynamik hinein. Als junger Mann begibt er sich auf die Suche nach seinem Vater und stößt dabei auf Wahrheiten, die nicht nur seine eigene Herkunft, sondern das Fundament seiner Familie infrage stellen. Durch ihn bekommt die Geschichte einen suchenden, fast forschenden Ton.
Im letzten Teil führt Khong uns noch weiter zurück: zu May und Charles. Besonders Mays Kindheit und Jugend in China, ihre Flucht in die USA und ihr Weg als Wissenschaftlerin eröffnen eine historische und emotionale Tiefenschicht, die vieles in neuem Licht erscheinen lässt.
Trotz der komplexen Struktur wirkte nichts überladen. Die flüssige, klare Sprache trägt durch Jahrzehnte und Perspektiven. Wissenschaftliche Themen wie Genetik und ethische Grenzfragen sind klug eingebettet und werfen große Fragen auf: Wer sind wir? Woher kommen wir? Und wie sehr dürfen wir in das Leben eingreifen?
Wenn man vielschichtige Familienromane mit mehreren Generationen, starken Figuren und fein eingebetteten Science-Fiction-Elementen schätzt, ist „Real Americans“ eine absolute Leseempfehlung.