Düstere Mittelalteraction mit leider etwas zu wenig Lovestory
Reap & Sow ist ein Buch, dass mich zuerst gestalterisch gepackt hat. Das Design ist eine runde Sache, vom silbernen Farbschnitt über das wunderschöne Covermotiv (endlich macht sich mal jemand Gedanken und packt nicht nur Titel und Autor aufs Cover!) mit der Schlange, den Blumen und im Hintergrund dem fliehenden Pferd in perfekt abgestimmten Lila-, Fuchsia- und Blautönen bis zur Schrift mit Silberprägung... seufz! Mein Mädchenherz hüpft vor Freude! Es fühlt sich einfach sofort besonders und erlesen an, wenn ein Cover extra für ein Buch gestaltet wurde und sich auf den Inhalt bezieht, was ja enttäuschend oft nicht der Fall ist. Das Lesezeichen habe ich erst spät hinten im Buch entdeckt und war direkt verzückt! Grafisch alles top!
Inhaltlich fand ich das Thema interessant. Ein Mädchen, das allein mit ihren zwei Brüdern in einer mittelalterlich anmutenden recht realitätsnahen Welt mit Fantasyelementen lebt und mit der Erbschuld ihres Vaters leben muss. Diese besteht darin, einem Dämon, mit dem der Vater einen Handel geschlossen hatte, stetig neue freiwillige "Paktlinge" zu liefern, die ihm wiederum bereitwillig Lebensjahre opfern um von ihm ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Eine schlechte Basis für ein ehrbares Leben... und um aus der Situation herauszukommen, reitet sie die Familie mit den besten Absichten zuerst so richtig in die Sch****. Nur um dann den Rest der Handlung damit beschäftigt zu sein, ebendieses wieder gut zu machen.
Mich hat neugierig gemacht, dass das Buch schon damit startet, dass die Protagonistin bereits seit ihrer Geburt in einer Grauzone wandelt. Ihre Entwicklung mitzuverfolgen, ist spannend und ihre Beweggründe nachvollziehbar. Auch die Rahmenhandlung hat mich von Anfang an gepackt. Nie wurde es langweilig. Fast ständig ist Eda auf der Flucht und läuft dennoch nicht weg. Sie wächst an ihren Aufgaben und Widersachern, und das obwohl ihre Brüder ihr nie viel zugetraut haben. So wird sie am Ende zu einer Heldin, die noch mehr erreichen möchte als nur ihre Familie zu befreien, sie kämpft auch für die Zukunft ihrer Stadt.
Was mir nicht gefallen hat war, dass die Lovestory viel zu kurz kam. Erst nach über 100 Seiten wird "Er" überhaupt das erste Mal erwähnt. Vorfreude? Fehlanzeige. Ich dachte schon, ich hätte mich verlesen und da kommt gar keiner mehr. Dann taucht Kit'rath auf, der im Gegensatz zu dem vorher bekannten Dämon "Mr. Night" nur allzu menschlich daherkommt, und es vergehen gute weitere 200 Seiten bis ziemlich aus dem Nichts leise Gefühle aufkeimen. Slow Burn schön und gut, aber etwas Knistern und sich aufbauende Gefühle, die man nachvollziehen kann, wären schöner und besser gewesen. Warum Kit überhaupt Gefühle entwickelt, ist nicht klar. Er sagt es nicht und es wird auch ansonsten nicht beschrieben. Es wirkt abrupt und nicht greifbar, zumal Eda selbst oft äußerst dämliche Äußerungen von sich gibt. Die Wortwechsel hinterließen bei mir oft eher den Geschmack von "Hää?" als von "Ha!". Allgemein fand ich den Schreibstil nicht ausgereift. Einige merkwürdige Formulierungen warfen mich regelmäßig aus der Geschichte und ich fragte mich, ob das Lektorat des Verlags nicht doch etwas zu gutmütig bei diesem Debütroman unterwegs war. Und es fehlte mir an Humor. Den scheint die Autorin gänzlich zu missen. Auch in einer Szene wo sich einer der beiden Protagonisten angeblich ausschüttete vor Lachen musste ich mich doch fragen, was sie denn jetzt bitte Witziges gesagt haben soll. Das Worldbuilding der Menschenwelt war in Ordnung, aber über die Dämonenwelt erfährt man leider kaum etwas. Was schade ist, denn das Angedeutete klang spannend. Der Spice war eher dezent, was ich nicht schlimm finde, aber mehr Lovestory hätte sicher nicht geschadet.
Alles in allem trotzdem ein gutes Buch, was ich durchaus mit Einschränkungen empfehlen würde. Mit etwas mehr Überarbeitung wäre es vermutlich auch ein sehr gutes Buch geworden. So muss man sich das ein oder andere, was man vermisst, dazudenken.
Inhaltlich fand ich das Thema interessant. Ein Mädchen, das allein mit ihren zwei Brüdern in einer mittelalterlich anmutenden recht realitätsnahen Welt mit Fantasyelementen lebt und mit der Erbschuld ihres Vaters leben muss. Diese besteht darin, einem Dämon, mit dem der Vater einen Handel geschlossen hatte, stetig neue freiwillige "Paktlinge" zu liefern, die ihm wiederum bereitwillig Lebensjahre opfern um von ihm ihre Wünsche erfüllt zu bekommen. Eine schlechte Basis für ein ehrbares Leben... und um aus der Situation herauszukommen, reitet sie die Familie mit den besten Absichten zuerst so richtig in die Sch****. Nur um dann den Rest der Handlung damit beschäftigt zu sein, ebendieses wieder gut zu machen.
Mich hat neugierig gemacht, dass das Buch schon damit startet, dass die Protagonistin bereits seit ihrer Geburt in einer Grauzone wandelt. Ihre Entwicklung mitzuverfolgen, ist spannend und ihre Beweggründe nachvollziehbar. Auch die Rahmenhandlung hat mich von Anfang an gepackt. Nie wurde es langweilig. Fast ständig ist Eda auf der Flucht und läuft dennoch nicht weg. Sie wächst an ihren Aufgaben und Widersachern, und das obwohl ihre Brüder ihr nie viel zugetraut haben. So wird sie am Ende zu einer Heldin, die noch mehr erreichen möchte als nur ihre Familie zu befreien, sie kämpft auch für die Zukunft ihrer Stadt.
Was mir nicht gefallen hat war, dass die Lovestory viel zu kurz kam. Erst nach über 100 Seiten wird "Er" überhaupt das erste Mal erwähnt. Vorfreude? Fehlanzeige. Ich dachte schon, ich hätte mich verlesen und da kommt gar keiner mehr. Dann taucht Kit'rath auf, der im Gegensatz zu dem vorher bekannten Dämon "Mr. Night" nur allzu menschlich daherkommt, und es vergehen gute weitere 200 Seiten bis ziemlich aus dem Nichts leise Gefühle aufkeimen. Slow Burn schön und gut, aber etwas Knistern und sich aufbauende Gefühle, die man nachvollziehen kann, wären schöner und besser gewesen. Warum Kit überhaupt Gefühle entwickelt, ist nicht klar. Er sagt es nicht und es wird auch ansonsten nicht beschrieben. Es wirkt abrupt und nicht greifbar, zumal Eda selbst oft äußerst dämliche Äußerungen von sich gibt. Die Wortwechsel hinterließen bei mir oft eher den Geschmack von "Hää?" als von "Ha!". Allgemein fand ich den Schreibstil nicht ausgereift. Einige merkwürdige Formulierungen warfen mich regelmäßig aus der Geschichte und ich fragte mich, ob das Lektorat des Verlags nicht doch etwas zu gutmütig bei diesem Debütroman unterwegs war. Und es fehlte mir an Humor. Den scheint die Autorin gänzlich zu missen. Auch in einer Szene wo sich einer der beiden Protagonisten angeblich ausschüttete vor Lachen musste ich mich doch fragen, was sie denn jetzt bitte Witziges gesagt haben soll. Das Worldbuilding der Menschenwelt war in Ordnung, aber über die Dämonenwelt erfährt man leider kaum etwas. Was schade ist, denn das Angedeutete klang spannend. Der Spice war eher dezent, was ich nicht schlimm finde, aber mehr Lovestory hätte sicher nicht geschadet.
Alles in allem trotzdem ein gutes Buch, was ich durchaus mit Einschränkungen empfehlen würde. Mit etwas mehr Überarbeitung wäre es vermutlich auch ein sehr gutes Buch geworden. So muss man sich das ein oder andere, was man vermisst, dazudenken.