Feindliche Fronten, verbotene Gefühle, ein zerrissenes Land zwischen Aetherreligion und Rebellion

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sanmust Avatar

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Schon das Cover von "Rebel Empire" macht sofort klar, in welche Richtung die Reise geht. Düster, gewittrig, mit dieser einen entschlossenen Frau im Zentrum, an deren Fingern sich unheilvoller Nebel sammelt.

Der Einstieg aus Jax' Perspektive ist ein absoluter Volltreffer. Julia Pauss wirft mich ohne Umschweife mitten in einen nächtlichen Attentatsversuch, und der Schreibstil ist so unmittelbar und kompromisslos, dass ich das Scharfschützengewehr förmlich in den eigenen Händen spüren konnte. Diese kühle, fast meditative Ruhe, mit der Jax seine Ziele anvisiert, gepaart mit dem brodelnden Hass, der darunter lodert, das erzeugt von der ersten Seite an einen Sog, dem ich mich nicht entziehen konnte. Und dann dieser Cliffhanger, als der Anschlag auf Orion Sinclair scheitert, weil ausgerechnet dessen Tochter ins Bild gerät!

Der Wechsel zu Luce ist ein toller Kontrast. Ihre Wanderung durch die stinkende, laute Sperrzone, das riskante Geschäft mit der Buchhändlerin, der verzweifelte Kampf um ein verbotenes Medizinbuch, hier zeigt Pauss, wie kunstvoll sie eine ganze Gesellschaftsordnung zwischen Oberstadt und Slums aufbaut, ohne dass es je nach Worldbuilding-Dump anmutet. Und dann diese Begegnung mit den Hollows! Ich habe die Luft angehalten, als die beiden Kreaturen lautlos näherkommen, und die Rettung durch einen tätowierten Fremden mit einem zerstörten, geisterhaft weißen Auge hat mir sofort klargemacht: Das muss Jax sein. Dass sich Luce mit Pfefferspray gegen einen waschechten Rebellen wehrt, hat mich außerdem laut auflachen lassen, endlich mal eine Protagonistin mit Biss, obwohl sie ohne Gabe eigentlich die Schwächste im Raum sein sollte.

Am meisten berührt hat mich aber die Szene mit ihrem Vater am Ende der Probe. Diese Mischung aus Fürsorge, Enttäuschung und der schmerzhaften Wahrheit über Luces unheilbare Krankheit, die sie von ihrer Dominion-Mutter geerbt hat, gibt der ganzen Geschichte plötzlich eine ganz andere emotionale Tiefe. Luce ist nicht einfach nur die Generalstochter ohne Gabe, sie ist eine junge Frau, die ihr Leben lang das Gefühl hatte, nicht dazuzugehören, und die genau deshalb bereit ist, alles zu riskieren.

Feindliche Fronten, verbotene Gefühle, ein zerrissenes Land zwischen Aetherreligion und Rebellion, "Rebel Empire" hat mit dieser Leseprobe alles geliefert, was ich mir von einer mitreißenden dystopischen Romantasy erhoffe. Ich kann es kaum erwarten, herauszufinden, wie Luce und Jax auf Exile Point aufeinandertreffen und wie sich aus tödlicher Feindschaft etwas entwickelt, das ihre Welt komplett auf den Kopf stellt.