Zwischen Rebellion und Geheimnissen

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chiara-maria Avatar

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Das Cover gefällt mir richtig gut, weil es sofort diese düstere, gefährliche Stimmung vermittelt, die auch in der Leseprobe steckt. Besonders die Blitze, die dunklen Farben und die Frau im Vordergrund machen direkt neugierig. Nachdem ich gelesen habe, welche Rolle der Aether und die verschiedenen Gaben in dieser Welt spielen, finde ich das Cover sogar noch passender. Schon die Übersicht der unterschiedlichen Klassen und Fähigkeiten hat mir gezeigt, dass hinter der Geschichte eine ziemlich umfangreiche Welt steckt.
Der Schreibstil hat mich ebenfalls schnell gepackt. Obwohl am Anfang viele neue Begriffe, Orte und Fähigkeiten auftauchen, hatte ich nicht das Gefühl, mit Informationen erschlagen zu werden. Vieles erfährt man einfach während der Handlung. Gleichzeitig schreibt Julia Pauss sehr bildlich und teilweise ziemlich brutal, was für mich aber gut zu dieser Welt passt. Gerade der Einstieg aus Jax’ Sicht hat direkt gezeigt, dass hier vermutlich niemand wirklich zimperlich sein wird. Dass er bereits mit vierzehn zum ersten Mal getötet hat und inzwischen nicht einmal mehr zählt, setzt schon auf den ersten Seiten einen ziemlich heftigen Ton.
Auch der Spannungsaufbau gefällt mir bisher richtig gut. Die Geschichte beginnt direkt mit Jax’ geplantem Attentat auf Orion Sinclair, das im letzten Moment scheitert, weil Luciana auftaucht und anschließend die Mission auffliegt. Danach lernen wir ausgerechnet Luciana näher kennen und bekommen plötzlich eine ganz andere Perspektive auf diese Welt. Spätestens als sie außerhalb der Stadt auf die Hollows trifft, wurde es für mich richtig spannend. Und dann taucht ihr Retter auf, erkennt sie als Luciana Sinclair – und entpuppt sich auch noch als Rebell. Genau solche Begegnungen liebe ich, weil sofort klar ist: Das kann nur kompliziert werden.
Von den Charakteren interessieren mich deshalb vor allem Jax und Luce. Jax wirkt brutal, kompromisslos und von einem enormen Hass auf das Regime getrieben, gleichzeitig scheint hinter diesem Hass aber eine Geschichte zu stecken, von der wir bisher nur einen kleinen Teil kennen. Luce gefällt mir besonders, weil sie überhaupt nicht so wirkt, wie man sich die privilegierte Tochter eines mächtigen Mannes zunächst vorstellen könnte. Sie setzt sich über Regeln hinweg, besorgt heimlich verbotene Literatur und scheint einiges an ihrem eigenen System zu hinterfragen. Dass sie selbst offenbar eine Ausnahme in einer Welt voller Aetherbegabter ist, macht sie für mich zusätzlich interessant.
Ich erwarte von der Geschichte vor allem, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse beziehungsweise Rebellen und Regime immer mehr verschwimmen werden. Gerade weil wir beide Seiten kennenlernen, glaube ich nicht, dass es am Ende so einfach sein wird wie „die einen sind gut und die anderen böse“. Außerdem bin ich wahnsinnig neugierig darauf, was wirklich hinter den Hollows, dem Krieg mit dem Dominion und Lucianas besonderer Situation steckt. Und natürlich möchte ich unbedingt wissen, was zwischen Jax und Luce passiert. Nach dieser ersten Begegnung kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass die beiden sich einfach freundlich die Hand geben und ihre Differenzen vergessen. Genau diese Mischung aus Fantasywelt, Rebellion, Geheimnissen, moralischen Grauzonen und zwei Figuren auf scheinbar gegnerischen Seiten macht mir gerade richtig Lust, „Rebel Empire“ weiterzulesen.