Schöner Jugendroman mit Tiefgang

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lekna Avatar

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Red Flags von Sophie Jo richtet sich eher an ein jüngeres Publikum und greift Themen wie Erwartungen, Wunschvorstellungen und das Verlassen der eigenen Komfortzone auf.

Im Mittelpunkt stehen Poppy und Cam, die jeweils eine genaue Vorstellung von einem perfekten Partner haben. Poppy hat eine ganze Liste erstellt mit Eigenschaften, die ihr Traummann haben muss und hält starr daran fest. Cam dagegen nutzt jede Kleinigkeit um eine Beziehung nicht weiter zu vertiefen. Beiden fällt es schwer sich auf andere Leute einzulassen. Ihre Freunde ermutigen sie sich auf Neues einzulassen. So treffen sie aufeinander und lernen sich kennen. Der Roman wird abwechselnd aus beiden Perspektiven erzählt.

Ich habe ein paar Kapitel gebraucht, um mich an den Schreibstil zu gewöhnen. Hier merkt man, dass die Geschichte auf jüngere Leser*innen zugeschnitten ist. Zu dem Alter der beiden Charakter (18 Jahre) hat es aber durchaus gepasst. Beide Charaktere sind gut ausgearbeitet und sympathisch. Poppy ist offen und selbstbewusst, während Cam eher introvertiert ist. Über die Nebenfiguren erfährt man dagegen vergleichsweise wenig. Sie bleiben daher etwas blass.

Das Buch greift einige wichtige Themen auf, etwa familiäre Konflikte oder problematische Beziehungen im Freundeskreis. Die Weiterentwicklung der Hauptfiguren hat mir gut gefallen: Sowohl Poppy, als auch Cam hinterfragen immer wieder kritisch ihre Einstellungen und wachsen an ihren Erfahrungen. Am Ende des Buches sind beide ein Stück reifer geworden.

Insgesamt hat mir Red Flags ein paar unterhaltsame und nachdenkliche Lesestunden beschert. Es greift einige relevante Themen auf, bleibt dabei aber leicht zugänglich und angenehm zu lesen.