Packender Einstieg in einen psychologischen Thriller

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Ivar Leon Mengers Thriller „Düster" besticht durch sein gewagtes, multiperspektivisches Erzählkonzept. Die Leseprobe verbindet mehrere Handlungsstränge geschickt miteinander: Das traumatische Vorspiel aus dem Jahr 1965, in dem ein Kind zum Opfer eines mysteriösen „Knochenmannes" wird, kontrastiert fesselnd mit der gegenwärtigen Handlung von 1987 auf der Nordseeinsel Liekenoog. Dort verflechten sich die Geschichten des pensionierten Kommissars Hans J. Stahl, des eitle Schriftstellers Robert Wagner und seiner Mitarbeiter zu einem undurchschaubaren Netz aus Verwicklungen.

Der Schreibstil ist präzise und atmosphärisch dicht. Menger schafft es, zwischen Alltäglichkeit und verstörendem Horrorpotenzial zu pendeln – sei es der Liftboy Hubertus, der ein pinkes Haar aufbewahrt, oder die unterschwellige Bedrohung, die von Wagners Handlungen ausgeht. Die psychologische Tiefenschärfe ist beeindruckend, besonders in den Schilderungen der Kindheitstraumata.

Was den Roman besonders macht, ist die Spannung zwischen privaten Zwistigkeiten (Stahl und Gelis Beziehungskrise) und dem drohenden Unheil im Hintergrund. Man erahnt bereits in dieser kurzen Leseprobe, dass sich die Fäden unweigerlich verflechten werden. Ein packender Einstieg in einen psychologischen Thriller, der den Leser in ein düsteres Labyrinth zieht.