Spannung garantiert: Einzelschicksal trifft Weltpolitik trifft Spionagegeschichte

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
leopol Avatar

Von

Februar 2017: Ein Reality-TV-Star zieht in den USA ins weiße Haus ein. Ein Nordkoreaner wird am Flughafen in Kuala Lumpur vergiftet. Ein russischer Geheimdienstoffizier stirbt in einem Hotel in Washington. Die Machtzentren der Welt werden neu geordnet, Gipfeltreffen, die bisher nicht möglich waren, werden abgehalten. Mitten drinnen diverse Personen u.a. Spione. Eric ein nordkoreanischer Spion im Weißen Haus, Jenna eine CIA-Agentin gejagt vom russischen und nordkoreanischen Regime bzw. Geheimdienst. Und schließlich Ljoscha, ein Moskauer Student der nun Putins Rache fürchtet.

Jenna, die CIA-Agentin, ist eine wiederkehrende Figur des Autors, begegnet man ihr doch schon im Thriller Stern des Nordens, der im Jahr 2010 spielt, als Jenna in Nordkorea ihre verschwundene Schwester sucht. Doch dieser Roman ist gut als Stand Alone lesbar.

Der Einstieg erfolgt rasant, dem Leser ist es nicht klar, wie die Geschehnisse zusammenspielen. Man taucht langsam ein. Geschickt werden für den Roman reale Tatsachen – wie das Treffen zwischen Trump und Kim Jong-un mit den fiktiven Handlungssträngen verknüpft. Ab und an auch ein Tweet von Trump. Man folgt in den Kapiteln den Hauptfiguren und wechselt Perspektive und damit durch die Kontinente, Spannung garantiert. Dies ist auch der Tatsache geschuldet, dass eben so viel Realität Einzug findet, wie eben auch das Staatprogramm von Nordkorea und Russland.

Hauptfiguren dieses doch sehr umfangreichen Thrillers sind Jenna, Eric und Ljoscha. Jenna, CIA-Agentin die sowohl vom russischen Geheimdienst als auch von Nordkorea gejagt wird. Eric, Korea-Berater im Weißen Haus unter Trump, der in Wirklichkeit von Nordkorea eingeschleust wurde und vorgibt Südkoreaner zu sein. Schließlich noch Ljoscha, der durch kritische Äußerungen ins Fadenkreuz gerät. Doch dem nicht genug, auch Trump, Putin und auch Kim Jong-un kommen vor.
Die Charaktere fand ich glaubhaft und ansprechend gezeichnet, sind doch die jeweilige Motivation, Zweifel und das Wertesystem klar verständlich. Nichts ist nur schwarz-weiß, manche Entscheidung schwieriger, wenn man in einer bestimmten Situation steckt.

Das Buch besticht durch die gute Recherche, dem fundierten Hintergrund und einer gut konstruierten Geschichte. Auch die Nachbemerkung des Autors trägt dazu bei. All dies – Literaturquellen, Motivation und Einblicke in die reale Geschichte des Zeitraums - ist sehr aufschlussreich und zeigt noch einmal klar welche realen Verstrickungen dieser fiktive Thriller aufweist.

Ein spannender, moderner Spionagethriller der wirklich lange und gut unterhält.