Wie nah darf Fiktion der Wirklichkeit kommen?
Das Cover von „Red Star Down“ hat mich durch seine dunklen Rot- und Schwarztöne sofort auf eine bedrohliche Grundstimmung eingestimmt. Die monumentale Gestaltung wirkt beinahe erdrückend und passt damit gut zu einem Roman, in dem einzelne Menschen zwischen mächtigen Staaten, Geheimdiensten und politischen Interessen aufgerieben werden.
Im Zentrum stehen unter anderem die CIA-Agentin Jenna, der russische Student Ljoscha und Eric Rahn, der im Umfeld des amerikanischen Präsidenten arbeitet. Ihre Wege führen durch die USA, Russland und Nordkorea.
Besonders gut hat mir gefallen, wie oft mich der Roman an meiner eigenen Einschätzung zweifeln ließ. Bekannte politische Ereignisse bilden zwar den Hintergrund, doch D. B. John verändert den Blickwinkel darauf so geschickt, dass selbst zunächst unwahrscheinliche Entwicklungen plötzlich nicht mehr völlig abwegig erscheinen. Dadurch entstand bei mir eine unangenehme, aber faszinierende Frage: Wie viel von dieser Geschichte könnte tatsächlich möglich sein?
Der Einstieg fiel mir dennoch nicht ganz leicht. Viele Namen, Ortswechsel und politische Verbindungen treffen innerhalb kurzer Zeit aufeinander. Ich musste deshalb gelegentlich zurückblättern und mich neu orientieren. Sobald ich die wichtigsten Personen und ihre Interessen zuordnen konnte, entwickelte die Geschichte jedoch einen starken Sog. Gerade die Wechsel zwischen politischen Entscheidungen und persönlichen Gefahren sorgen dafür, dass die fast siebenhundert Seiten weniger schwerfällig wirken, als ich zunächst erwartet hatte.
Der Schreibstil ist klar und kontrolliert. Politische Zusammenhänge werden verständlich erklärt, ohne dass jede Information unnötig ausgebreitet wird. Gleichzeitig gibt es Passagen, in denen die Erzählung sehr nah an die Gedanken der Figuren heranrückt. Auch die Übersetzung von Lutz-W. Wolff liest sich für mich natürlich und flüssig.
Am meisten gefesselt hat mich Eric Rahn. Ich fand ihn nicht unbedingt sympathisch, dafür aber schwer berechenbar. Seine Gedanken lassen erkennen, dass bei ihm Auftrag, persönliche Überzeugungen und die Anziehungskraft politischer Macht nicht sauber voneinander zu trennen sind. Gerade weil ich ihn nie vollständig einschätzen konnte, blieb ich bei seinen Kapiteln besonders aufmerksam.
Mein Fazit: „Red Star Down“ ist ein anspruchsvoller und umfangreicher Spionagethriller, der Konzentration verlangt, diese aber mit einer vielschichtigen Geschichte belohnt. Ich würde das Buch Leser*innen empfehlen, die sich für internationale Politik interessieren und gerne Figuren begleiten, deren Motive nicht sofort offenliegen. Wer einen geradlinigen Kriminalfall mit wenigen Personen erwartet, dürfte sich anfangs schwertun. Mich hat vor allem die beunruhigende Nähe zwischen erfundener Handlung und vertrauter Weltpolitik überzeugt.
Im Zentrum stehen unter anderem die CIA-Agentin Jenna, der russische Student Ljoscha und Eric Rahn, der im Umfeld des amerikanischen Präsidenten arbeitet. Ihre Wege führen durch die USA, Russland und Nordkorea.
Besonders gut hat mir gefallen, wie oft mich der Roman an meiner eigenen Einschätzung zweifeln ließ. Bekannte politische Ereignisse bilden zwar den Hintergrund, doch D. B. John verändert den Blickwinkel darauf so geschickt, dass selbst zunächst unwahrscheinliche Entwicklungen plötzlich nicht mehr völlig abwegig erscheinen. Dadurch entstand bei mir eine unangenehme, aber faszinierende Frage: Wie viel von dieser Geschichte könnte tatsächlich möglich sein?
Der Einstieg fiel mir dennoch nicht ganz leicht. Viele Namen, Ortswechsel und politische Verbindungen treffen innerhalb kurzer Zeit aufeinander. Ich musste deshalb gelegentlich zurückblättern und mich neu orientieren. Sobald ich die wichtigsten Personen und ihre Interessen zuordnen konnte, entwickelte die Geschichte jedoch einen starken Sog. Gerade die Wechsel zwischen politischen Entscheidungen und persönlichen Gefahren sorgen dafür, dass die fast siebenhundert Seiten weniger schwerfällig wirken, als ich zunächst erwartet hatte.
Der Schreibstil ist klar und kontrolliert. Politische Zusammenhänge werden verständlich erklärt, ohne dass jede Information unnötig ausgebreitet wird. Gleichzeitig gibt es Passagen, in denen die Erzählung sehr nah an die Gedanken der Figuren heranrückt. Auch die Übersetzung von Lutz-W. Wolff liest sich für mich natürlich und flüssig.
Am meisten gefesselt hat mich Eric Rahn. Ich fand ihn nicht unbedingt sympathisch, dafür aber schwer berechenbar. Seine Gedanken lassen erkennen, dass bei ihm Auftrag, persönliche Überzeugungen und die Anziehungskraft politischer Macht nicht sauber voneinander zu trennen sind. Gerade weil ich ihn nie vollständig einschätzen konnte, blieb ich bei seinen Kapiteln besonders aufmerksam.
Mein Fazit: „Red Star Down“ ist ein anspruchsvoller und umfangreicher Spionagethriller, der Konzentration verlangt, diese aber mit einer vielschichtigen Geschichte belohnt. Ich würde das Buch Leser*innen empfehlen, die sich für internationale Politik interessieren und gerne Figuren begleiten, deren Motive nicht sofort offenliegen. Wer einen geradlinigen Kriminalfall mit wenigen Personen erwartet, dürfte sich anfangs schwertun. Mich hat vor allem die beunruhigende Nähe zwischen erfundener Handlung und vertrauter Weltpolitik überzeugt.