Fesselnde Geschichte mit kleinen Schwächen

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
buchstabengeflüster Avatar

Von

Cleo lebt illegal in der UN-Station auf dem Mars und schlägt sich gerade mit Diebstählen durch, als eine Evakuierung angekündigt wird. Währenddessen trifft Hunter auf der Marsbasis ein und kann nicht mehr rechtzeitig registriert werden, weshalb auch er mit Cleo auf der Station zurückbleibt. Aus zunächst Pragmatismus schließen sich die beiden zusammen, denn es scheint eine echte Bedrohung zu geben, weshalb die Gebäude entlüftet werden sollen. Die Geschichte spielt sich deshalb über 8 Stunden ab, dessen Countdown auch immer am Kapitelanfang vermerkt ist.

Wir werden direkt ins Geschehen hineingeworfen und die beiden Protagonisten finden sich sofort alleine auf der Station zurück. So beginnt die Geschichte sehr rasant und spannend, andererseits musste ich mich auch kurz zurechtfinden. Es gab nur wenig eingestreute Erklärung der Welt bzw. Regierung auf dem roten Planeten und erst nach und nach wird erzählt, wie der Mars besiedelt und eingenommen wurde. Vor allem wegen Hunters Rolle als Erbe des Millionenkonzerns und wie dieser zur UN-Basis steht, hätten mir diese Infos eher erklärt werden sollen. Hauptsächlich geht es natürlich um die direkte Bedrohung, dass in der Basis in einigen Stunden aufgrund des Evakuierungsprozesses entlüftet werden soll. Immer wieder tauchen neue Probleme und Hürden auf, sodass sich die Situation zuspitzt. Die kurze Geschichte mit Ablaufdatum ist im Grunde ein Pageturner, doch weil ich mich anfangs erst etwas zurechtfinden musste, konnte ich mich nicht ganz fallen lassen.

Die Charaktere sind echt toll gewählt und erzählen die Kapitel abwechselnd aus ihrer Sicht. Cleo als Anhalterin (illegale Bewohnerin außerhalb der Erde) und Hunter als Geschäftsmann und Erbe des führenden Unternehmens schlechthin, stehen beide an unterschiedlichen Enden der Gesellschaft. Cleo hat als illegale Überlebenskünstlerin viel Erfahrung über Verstecke oder wichtige Punkte in der Station gesammelt. Außerdem lässt sie sich nicht leicht aus der Ruhe bringen und ist total clever und gewitzt. Hunter dagegen kann mit seinem Technik-Wissen punkten und eine Verbindung zu den Computern herstellen. Die gemeinsam zu meisternde Gefahr bringt die beiden schnell näher. Jedoch checkt z. B. Hunter Cleo im ersten Moment direkt ab und dann geht es oft um ihr Aussehen, bis da noch mehr als nur körperliche Gefühle auftauchen. Es ist nicht einfach, auf wenigen Seiten bzw. in nur 8 Stunden eine Liebesgeschichte glaubwürdig zu gestalten und ich muss sagen, dass Amie Kaufman mich hier nicht vollständig überzeugen konnte. Die romantische Szene versteckt hinter dem Schreibtisch hat mich aber berührt und langsam wurden die Gefühle von Cleo und Hunter nachvollziehbarer.


Fazit:
„Red Star Rebels“ ist eine mitreißende und rasante Geschichte über das perfekte Team auf der Mars-Basis, das gegen den Countdown ankämpft. Es gibt immer wieder brenzlige und spannende Situationen, wodurch das Buch ein Pageturner werden kann. Leider nicht für mich, wegen kleinen Schwächen, aber ich habe die Geschichte insgesamt trotzdem sehr gerne gelesen.