Red

Feinfühlig

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noiram Avatar

Von

Louise Kennedy versteht es meisterhaft, mit leisen Tönen eine immense emotionale Tiefe zu erzeugen.
​Im Zentrum der Handlung stehen Róisín McCaffrey und Red Camelin im Irland der frühen 1980er Jahre. Beide tragen ihre eigenen, unsichtbaren Päckchen mit sich – Róisín leidet unter der Isolation an ihrer Schule, den Wunden einer zerrütteten Familie und dem Gefühl, nirgendwo richtig dazuzugehören. Red hingegen wirkt wie ein faszinierender, leicht ungreifbarer Außenseiter, dessen charmante, witzige und zugleich melancholische Art sofort fasziniert. Was als eine beiläufige Gefälligkeit beginnt, entwickelt sich schnell zu einer leisen, wunderbaren Vertrautheit. Die Annäherung der beiden – geprägt von gemeinsamen Zigaretten, tiefgründigen Gesprächen über Bücher, Musik und das Erwachsenwerden – ist herrlich ehrlich, verletzlich und voller Dynamik geschrieben.
​Der Schreibstil ist wunderbar flüssig, bildhaft und von einer feinen, authentischen Melancholie durchzogen. Die Dialoge wirken erfrischend ungekünstelt, genau wie das historisch-gesellschaftliche Setting. Ein außergewöhnlich feinfühliger, berührender Auftakt über zwei Suchende, der lange nachwirkt und absolut neugierig auf den weiteren Verlauf dieser besonderen Geschichte macht!