Eine zarte Beziehung
Róisíns Geschichte beginnt in der Republik Irland 1982, sie ist Teenager, aus dem Norden hergezogen, eine Außenseiterin. Aber irgendwann läuft ihr Red in die Arme, ein großer, charismatischer, belesener Typ mit dunklen Strubbelhaaren — und das Unglück nimmt seinen Lauf. Wie distanziert und zugleich einfühlsam Louise Kennedy von dieser zarten Beziehung erzählt. Anders als zart kann ich es nicht beschreiben, denn scheinen die beiden zuerst unzertrennlich, so formen Geheimnisse, Ängste und dunkle Teile ihre Verbindung, nur dass Red sie nicht teilt. Irgendwie hatte ich gleichzeitig gehofft, dass es noch ein Happy End gibt und dass es weiter unklar bleibt, was mit Red passiert. Die Auflösung kam mir, wenn auch gut vorbereitet, etwas zu schnell und kurz, das Ende fast plump, aber kein anderes hätte besser zu Róisín und Red gepasst.