Red

Grandios!

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buchlieberin Avatar

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Róisin ist eine unbeliebte Schülerin. Trotzdem kommt sie eines Tages dem attraktiven und populären Red näher.
Doch es bleibt bei einer Freundschaft. Red zieht mit 16 aus und bald danach aus der irischen Provinz nach London.
Der Roman befasst sich mit der Entstehung der Freundschaft. Roísins Probleme mit verschämter Liebe und auch Reds Unfähigkeit in ein „normales“ Leben zu kommen.
Bald bestimmen Drogen und Armut sein Leben. Das findet Roísin in der Jugend noch irgendwie cool, später aber nicht mehr. Je mehr sie sich in einem bürgerlichen Leben etabliert, desto mehr stürzt Red ab.
Erst mit 40 erfährt Róisin, was das grundlegende Problem mit Reds Familie war. Sie versucht ihn erneut in London aufzuspüren.
Auch Róisin hatte keine einfache Kindheit, sie leidet sehr unter der Trennung der Eltern. Auch dieses Thema wird hinreichend aufgearbeitet. Wobei ich auch sagen muss, dass Róisin eigentlich gar nicht sympathisch ist. Vor allem im Mittelteil. Trotzdem wuchs sie mir ans Herz. Dazukommt, dass wir wahrscheinlich im gleichen Jahr geboren wurden, so war es auch sehr interessant ihr Leben mit meinem zu vergleichen.
Das Buch enthält viele zeitliche Lücken, Kennedy konzentriert sich auf die Begegnungen und die spätere Suche.
Ich empfand den Schreibstil als ungeheuer mitreißend und bin erstaunt, dass ich von Louise Kennedy vorher noch nichts gelesen habe. Sollte ich unbedingt nachholen.
Durch die verschiedenen sozialen Schichten, die im Buch aufeinanderprallen, ergibt es ein vielschichtiges Bild über mehr als 40 Jahre. So ist es auch ein Entwicklungsroman.
Red ist eines der Bücher in denen vielleicht nicht so wahnsinnig viel passiert, aber das für mich auch gerne noch ein paar Hundert Seiten hätte weitergehen können. Ich liebe einfach irische Schriftsteller*innen.