Interessante Milieustudie mit stilistischen Längen
Die 15jährige Róisín wächst in den 1980er-Jahren in einem kleinen irischen Städtchen mit ihrer Mutter in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihr Vater hat sie verlassen. Róisín ist eine Außenseiterin. Als sie Red (Redmond) das erste Mal trifft, fühlt sie sich sofort stark zu ihm hingezogen. Red gilt als „Bad Boy“, doch tatsächlich entpuppt er sich als klug und witzig. Beide teilen eine große Leidenschaft für Bücher und Musik und gehen eine tiefe Freundschaft ein, die jedoch weitgehend platonisch bleibt.
Das wirtschaftlich angeschlagene Irland bietet kaum Perspektiven, also wandern Red und Róisín wie viele andere nach Großbritannien aus. Sie landen in der Hausbesetzerszene in London, wo Róisín versucht, ein geregeltes Leben aufzubauen. Doch Red gerät zunehmend in einen selbstzerstörerischen Strudel aus Alkohol und Drogen. Róisín möchte für ihn da sein und bricht ihr Studium ab. Doch ihre Beziehung bleibt kompliziert, und Red verschwindete immer wieder spurlos. Als Róisín es nicht mehr erträgt, verlässt sie Red und nimmt ihr Leben selbst in die Hand.
Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los. Jahre später, inzwischen im Jahr 2007, als Reds Mutter todkrank ist und Róisín ein schreckliches Detail über Reds Kindheit erfährt, macht sie sich auf die Suche nach ihm.
Louise Kennedy hat mit „Red“ eine interessante Milieu- und Charakterstudie geschrieben, die vor allem die Atmosphäre im Irland der 1980er sehr gut getroffen hat. Den Beginn fand ich unheimlich stark, doch leider kann die Geschichte dieses hohe Niveau im weiteren Verlauf nicht ganz halten. Der Mittelteil zieht sich etwas in die Länge, und dass die wörtliche Rede komplett ohne Anführungszeichen auskommt, ist auf Dauer beim Lesen extrem anstrengend. Man muss sich oft sehr konzentrieren, um den Überblick zu behalten, wer gerade spricht.
Insgesamt ein Roman mit tiefgründigen Charakteren, das mich aber emotional insgesamt nicht ganz abholen konnte.
Vielen Dank an den Claassen Verlag und Vorablesen.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚
Das wirtschaftlich angeschlagene Irland bietet kaum Perspektiven, also wandern Red und Róisín wie viele andere nach Großbritannien aus. Sie landen in der Hausbesetzerszene in London, wo Róisín versucht, ein geregeltes Leben aufzubauen. Doch Red gerät zunehmend in einen selbstzerstörerischen Strudel aus Alkohol und Drogen. Róisín möchte für ihn da sein und bricht ihr Studium ab. Doch ihre Beziehung bleibt kompliziert, und Red verschwindete immer wieder spurlos. Als Róisín es nicht mehr erträgt, verlässt sie Red und nimmt ihr Leben selbst in die Hand.
Doch die Vergangenheit lässt sie nicht los. Jahre später, inzwischen im Jahr 2007, als Reds Mutter todkrank ist und Róisín ein schreckliches Detail über Reds Kindheit erfährt, macht sie sich auf die Suche nach ihm.
Louise Kennedy hat mit „Red“ eine interessante Milieu- und Charakterstudie geschrieben, die vor allem die Atmosphäre im Irland der 1980er sehr gut getroffen hat. Den Beginn fand ich unheimlich stark, doch leider kann die Geschichte dieses hohe Niveau im weiteren Verlauf nicht ganz halten. Der Mittelteil zieht sich etwas in die Länge, und dass die wörtliche Rede komplett ohne Anführungszeichen auskommt, ist auf Dauer beim Lesen extrem anstrengend. Man muss sich oft sehr konzentrieren, um den Überblick zu behalten, wer gerade spricht.
Insgesamt ein Roman mit tiefgründigen Charakteren, das mich aber emotional insgesamt nicht ganz abholen konnte.
Vielen Dank an den Claassen Verlag und Vorablesen.de für das Rezensionsexemplar! 📚💚