Zwei, die nirgends dazugehören
Ich habe „Red“ sehr gern gelesen und denke immer noch an Róisín und Red.
Die beiden lernen sich in den 80er-Jahren in einer irischen Kleinstadt kennen. Róisín ist 15, lebt mit ihrer Mutter allein, seit der Vater gegangen ist, und gilt als Außenseiterin. Red trägt eine Cargo-Jacke über dem Schulblazer und redet in Anspielungen auf Bücher und Musik. Sie erkennen sich sofort. Was zwischen ihnen entsteht, lässt sich schwer in ein Wort fassen, und gerade das fand ich so spannend. Ihre Verbindung hält über Jahre und über die Irische See hinweg, auch wenn sie sich in ganz verschiedene Richtungen entwickeln.
Kennedy zeigt das Irland dieser Zeit ohne Verklärung: feuchte Häuser, wenig Geld, kaum Perspektiven. Warum so viele junge Leute nach England gehen, versteht man, ohne dass es erklärt werden muss. Der Teil in England hat mich genauso gefesselt. Róisín versucht dort, sich ein eigenes Leben aufzubauen, während Red immer weiter abrutscht, und man liest mit dem Gefühl weiter, dass sie ihn nicht halten kann.
Am meisten beeindruckt hat mich die Sprache. Kennedy schreibt genau und unaufgeregt, ohne Pathos, und manche Sätze treffen deshalb umso härter.
Ich empfehle das Buch allen, die gern Geschichten über komplizierte Beziehungen lesen und denen etwa „Normal People“ von Sally Rooney gefallen hat. Ich fand es richtig toll.
Die beiden lernen sich in den 80er-Jahren in einer irischen Kleinstadt kennen. Róisín ist 15, lebt mit ihrer Mutter allein, seit der Vater gegangen ist, und gilt als Außenseiterin. Red trägt eine Cargo-Jacke über dem Schulblazer und redet in Anspielungen auf Bücher und Musik. Sie erkennen sich sofort. Was zwischen ihnen entsteht, lässt sich schwer in ein Wort fassen, und gerade das fand ich so spannend. Ihre Verbindung hält über Jahre und über die Irische See hinweg, auch wenn sie sich in ganz verschiedene Richtungen entwickeln.
Kennedy zeigt das Irland dieser Zeit ohne Verklärung: feuchte Häuser, wenig Geld, kaum Perspektiven. Warum so viele junge Leute nach England gehen, versteht man, ohne dass es erklärt werden muss. Der Teil in England hat mich genauso gefesselt. Róisín versucht dort, sich ein eigenes Leben aufzubauen, während Red immer weiter abrutscht, und man liest mit dem Gefühl weiter, dass sie ihn nicht halten kann.
Am meisten beeindruckt hat mich die Sprache. Kennedy schreibt genau und unaufgeregt, ohne Pathos, und manche Sätze treffen deshalb umso härter.
Ich empfehle das Buch allen, die gern Geschichten über komplizierte Beziehungen lesen und denen etwa „Normal People“ von Sally Rooney gefallen hat. Ich fand es richtig toll.