Red

Zwei Wege

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duckyputz Avatar

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Die fünfzehnjährige Roisin wächst im Irland der 1980er Jahre in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihr Vater ist fort, mit ihrer Mutter spricht sie kaum. Als sie für eine Mitschülerin Briefe an den beliebten Jungen Red übergibt, kommen die beiden sich näher. Sie verbindet derselbe Bücher- und Musikgeschmack. Über Jahre bleiben sie in Kontakt, ziehen nach Großbritannien, und während Roisin langsam Fuß fasst, gerät Red Stück für Stück aus der Bahn.
Der Roman gibt einen guten Einblick in Irland und London der 1980er Jahre. Die Atmosphäre ist dicht, und die Autorin erzählt nüchtern, ohne unnötig dramatisch zu werden. Vieles bleibt zwischen den Zeilen, was ich mag. Auch die zeitlich gegliederte Struktur mit den Sprüngen, die bewusst Lücken lässt, hat mir gefallen. Der letzte Teil im Jahr 2007 war für mich der Stärkste. Die Figuren sind nicht leicht zu durchschauen, wirken dadurch aber glaubwürdig. Die Darstellung der ersten, intensiven Jugendliebe gelingt auch ganz gut.
Der Einstieg fiel mir schwer. Die Handlung beginnt schnell, und ich musste anfangs mehrere Namen sortieren, vor allem beim Hörbuch gerät man da manchmal durcheinander. Zwischendurch zieht sich die Geschichte etwas. Die Stimmung ist insgesamt düster und frustrierend, es geht um Alkoholismus, Verzweiflung und Schuld. Zudem hat mich geärgert, wie sehr sich Roisin anbiedert, um Red zu gefallen. Das ist zwar nachvollziehbar weil halt 15, war für mich aber schwer zu ertragen. Der Roman zeigt allerdings deutlich, dass man einen anderen Menschen nicht retten kann und selbst mit ins Verderben gezogen werden kann.