REM

Träume töten leise

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sabine.hf Avatar

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Die Geschichte hat mich von der ersten Zeile an gepackt. Allein die Grundidee – dass Träume aufgezeichnet werden können und der nächste Schlaf tödlich sein könnte – ist unglaublich stark und erzeugt sofort eine beklemmende Atmosphäre. Der Gedanke, dass etwas so Alltägliches wie Schlaf zur größten Gefahr wird, sorgt für eine permanente innere Anspannung.

Besonders eindrücklich ist der Einstieg mit der vierjährigen Alysee. Der verzweifelte Satz ihres Vaters „Du darfst nicht einschlafen!“ brennt sich regelrecht ein. Dass sie mit dieser letzten Erinnerung an ihn aufwächst, macht ihre Figur emotional sehr greifbar. Man spürt die Angst, die sie seitdem begleitet – diese dauerhafte Unsicherheit, ob sie die Kontrolle verlieren könnte, sobald sie die Augen schließt.

Auch die Tatsache, dass Alysee als Vollwaise mit Nico bei einer Pflegefamilie aufwächst, gibt der Geschichte eine verletzliche, menschliche Ebene. Zwischen all dem Mystery- und Thriller-Element bleibt genug Raum für Gefühle, Trauma und Loyalität. Das macht die Story nicht nur spannend, sondern auch berührend.