REM

Damit hat sich Fitzek keinen Gefallen getan

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leserin2025 Avatar

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Mit REM habe ich mich auf einen spannenden Psychothriller gefreut – nicht zuletzt wegen des Namens von Sebastian Fitzek. Umso größer ist leider die Enttäuschung nach dem Lesen.
Dabei beginnt das Buch eigentlich vielversprechend: Die Grundidee – was passiert, wenn unsere Träume aufgezeichnet werden oder Albträume real werden – ist spannend und bietet enormes Potenzial. Auch das hohe Tempo fällt positiv auf: kurze Kapitel, viele Cliffhanger, ein echter Lesesog. Gerade in der ersten Hälfte hatte ich das Gefühl, einen soliden Psychothriller vor mir zu haben.
Doch dann kippt das Ganze leider völlig.
Was zunächst spannend aufgebaut wird, driftet zunehmend ins Absurde ab. Statt psychologischer Spannung dominieren plötzlich Monster, Blut, wirre Konstruktionen und kaum nachvollziehbare Sci-Fi-Elemente. Die Handlung wirkt immer unglaubwürdiger, fast schon beliebig zusammengewürfelt. Spätestens hier verliert das Buch für mich komplett seinen Reiz.
Besonders enttäuschend ist das Finale, das nicht nur überzogen, sondern schlicht schlecht umgesetzt wirkt. Viele Ideen erscheinen unausgereift oder überladen – als hätte man zu viel gewollt und dabei die eigentliche Stärke der Geschichte aus den Augen verloren.
Auch stilistisch konnte mich das Buch nicht überzeugen. Der Schreibstil wirkt oft sehr einfach, teilweise fast kindlich, mit vielen Wiederholungen und wenig sprachlicher Tiefe. Gerade im Vergleich zu dem, was man von Sebastian Fitzek kennt, fällt das deutlich ab – und lässt einen ehrlich gesagt zweifeln, wie viel von ihm tatsächlich in diesem Buch steckt.
Selbst für Horror-Fans dürfte das Ganze wenig bieten: Viele Klischees, wenig echte Spannung, kaum originelle Schockmomente.
Unterm Strich bleibt für mich ein Buch, das eine starke Idee hatte, daraus aber viel zu wenig gemacht hat – und sich mit seiner überdrehten zweiten Hälfte komplett selbst aushebelt. Schade, denn hier wäre deutlich mehr drin gewesen.
2 von 5 Sternen – wohlwollend vergeben.