REM

Horror ohne Schrecken

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europeantravelgirl Avatar

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Wer derzeit in den Programmvorschauen der Verlage stöbert, wird immer wieder überraschend auf ein ganz bestimmtes Genre stoßen, das in den letzten Jahren kaum jemand auf dem Schirm hatte: Horror!

Alle bekennenden früheren King-Addicts wie ich werden daher jubeln, und Annika Strauß macht alles richtig, wenn sie uns in ein unheimliches Haunted-House-Märchen führt. Was sie uns dort serviert, erzählt in bewährter Horrormanier von gruseligen Räumen, gar nicht zimperlichen Szenen und fiesen Technologien, die nicht unter die Haut, sondern sogar hinter die Augäpfel gehen. Muhahaha.

Die Erzählweise ist dann jedoch eher neutral als fesselnd, die Story linear erzählt. Das wahre Grauen mag sich beim Lesen nicht so recht einstellen. Ich fand das Setting gelungen, wusste um das drohende Ungemach, es splatterte auch, aber wirkliche Angst kroch mir nicht über den Rücken. Wo ich mir Fingernägelknabbern gewünscht hätte, habe ich unbeteiligt und neutral wie aus Distanz gelesen. Packen konnten mich weder Spannung noch Schrecken.

Im Buch gibt es aber einige Anspielungen auf ein Computerspiel, und ich glaube ehrlich, diese Story würde mit der entsprechenden Visualisierung unheimlich gewinnen und das durchaus vorhandene Horrorpotenzial auf die Spitze treiben.

Was die Thematik und die Auflösung betrifft, habe ich mich an King erinnert gefühlt. Das fand ich absolut angemessen abgefahren.

Mich würde ganz besonders interessieren, wie die Rollenverteilung beim Schreiben aussah: Wurde das Heft herumgereicht? Hat die wunderbare Annika geschrieben und der Fitzek ihr die Bleistifte gespitzt? Da hätte ich zu gerne Mäuschen gespielt. Oder mich hinter Annikas Augen eingenistet…

Okay Leute, ich bin dann mal weg und geh mir einen Traumfänger basteln.