REM

Zwischen Spannung und Schwächen

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rafee Avatar

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In REM erhält Alysee von ihrem Vater die Anweisung "Du darfst nicht einschlafen!", kurz darauf sieht sie wie er sich in einer beängstigenden Blutwolke auflöst. Ihre Mutter starb bereits bei Alysees Geburt und so wird sie zur Vollwaisen, die einer Pflegefamilie vermittelt wird. Allerdings haben die letzten Worte ihres Vaters schlimme Folgen für das gerade mal vierjährige Mädchen, um sich vorm Schlafen bzw. Träumen zu schützen verweigert sie seitdem das Schlafen. Mit der Zeit findet sie eine Lösung um traumlos Schlafen zu können, aber auch nur, wenn es nicht mehr anders geht. Nun ist sie 25 und ihr fällt ein unerwartetes Erbe ihres Vaters in die Hände. Sie ergreift die günstige Chance ihre Vergangenheit aufzuarbeiten und ihr Leben neu zu ordnen. Begleitet wird sie von Nico, ihrem Pflegebruder und bestem Freund, der selbst von Träumen geplagt wird und nur Schwierigkeiten anzieht. Der Albtraum beginnt und endet nicht nach dem Aufwachen.

Im Vorfeld wurde mir dieser Horrorthriller groß über diverse Medien angepriesen und als Fitzek Fan und Horrorfilm Schauerin musste ich ihn lesen. Nun bin ich ernüchtert, zum einen war der Start mega spannend und der mittlere Part hatte auch gruselige Vibes, aber die farblosen Charaktere mit ihren Problemen und die für mich nicht ganz ausgereifte Handlung haben zu einem lapidaren Ende geführt. Von Sebastian Fitzek bin ich besser durchdachte Auflösungen und einen spannenderen Aufbau gewohnt, über Annika Strauss hörte ich zuvor nur Gutes, ich hatte bisher jedoch noch nichts von ihr gelesen. Sprachlich reicht dieses Buch nicht an andere Fitzek-Bücher heran, der O-Ton ist recht einfach, gerade zu kindlich naiv im Klang, vor allem wie träumerisch die Lösung doch sein kann.

Es gibt im Bereich Horror bereits mehrere Bücher und Filme zum Thema Schlafen und Träumen, vielleicht ist es deswegen schwerer zu überzeugen oder REM ist einfach nicht ganz ausgereift, aber ich hatte mir insgeheim mehr erhofft. Mehr blutige Details, schwerer zu bekämpfende"Monster" und dafür kein kitschiges Ende mit dahintröpfelndem Dialog zum Hintergrund der Vorkommnisse, der irgendwie aufgesetzt wirkte. Das Buch war dennoch kurzweilig zu lesen und gab mir zumindest vor dem Wendepunkt mit der Auflösung, kleine gruselige Momente, auch wenn ich weit größere Erwartungen hatte.