Leicht zu lesen, tief im Gefühl

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julia_anton Avatar

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Manche Bücher schaffen es, einen direkt in eine bestimmte Zeit des eigenen Lebens zurückzuversetzen. Restsommer von Kea von Garnier ist für mich genau so ein Buch. Der Roman erzählt von einem Sommer voller Veränderungen, einer Zeit zwischen unbeschwerter Jugend und den ersten großen Entscheidungen für die Zukunft.

Im Mittelpunkt steht Dominik, der kurz vor dem Ende seiner Schulzeit steht und beginnt, über seinen eigenen Weg im Leben nachzudenken. Freundschaften, erste große Gefühle und Zukunftsfragen machen diesen Sommer zu einer Zeit des Umbruchs.

Besonders gelungen finde ich die Darstellung dieser Lebensphase. Gerade war man noch ein Kind und das Leben fühlte sich leicht und unbeschwert an, und plötzlich stehen Entscheidungen an, die die eigene Zukunft bestimmen sollen. Entscheidungen, für die man sich vielleicht noch gar nicht bereit fühlt. Dieses Gefühl des Übergangs zwischen Jugend und Erwachsenwerden beschreibt die Autorin sehr authentisch.

Dominik wirkt dabei als Hauptfigur sehr glaubwürdig. Er ist sympathisch, beliebt und gleichzeitig eher zurückhaltend. Gerade diese Mischung macht ihn zu einer Figur, mit der man sich gut identifizieren kann.

Als Kind der 90er Jahre hat mich die Geschichte zusätzlich abgeholt. Viele kleine Details haben Erinnerungen an meine eigene Jugend geweckt und das Lesen zu einer persönlichen Zeitreise gemacht.

Der Schreibstil von Kea von Garnier ist angenehm flüssig und leicht zu lesen. Trotz der zugänglichen Sprache besitzt die Geschichte spürbaren Tiefgang und regt zum Nachdenken an.

Restsommer ist für mich eine gelungene und berührende Geschichte über das Erwachsenwerden und die Suche nach dem eigenen Weg. Besonders Leserinnen und Leser, die Coming-of-Age-Geschichten mögen oder ihre Jugend in den 90er Jahren erlebt haben, kann ich dieses Buch sehr empfehlen.