Melancholie im Übergang
„Restsommer“ von Kea Garnier entfaltet ein fein nuanciertes Panorama jugendlicher Übergangserfahrungen zwischen Abschied und Aufbruch. Mit sensibler Sprachführung und atmosphärischer Dichte zeichnet der Roman die fragile Schwebe eines Sommers nach, der gleichermaßen Verheißung wie Melancholie in sich trägt. Besonders überzeugend ist die psychologische Durchdringung der Figuren, deren innere Konflikte glaubwürdig und vielschichtig gestaltet sind. Gelegentlich jedoch verliert die Erzählung etwas an rhythmischer Spannung und die mitunter ausgeprägte Detailverliebtheit verlangsamt den narrativen Fluss stellenweise, was die dramatische Zuspitzung hinauszögert. Gleichwohl besticht das Werk durch seine poetische Bildlichkeit und thematische Relevanz. Insgesamt ein lesenswerter Roman, der für mich vier von fünf Sternen verdient.