Ich war sofort gefesselt

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schnukilein1904 Avatar

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Schon das Cover hat mich komplett abgeholt. Dieses riesige, dominante „REVENGE“, das sich fast wie ein Schlag ins Gesicht über die Seite zieht, dazu der Untertitel „Heute Abend bist du tot“ – klar, kühl, bedrohlich. Minimalistisch, aber maximal wirkungsvoll. Genau mein Ding. Es schreit nicht laut, es flüstert kalt. Und genau das macht es so stark.

Die Leseprobe startet mit einem Knall – im wahrsten Sinne des Wortes. Blaulicht, Blut auf Asphalt, ein Mädchen, das wie eingefroren ist. Sara steht unter Schock, Fiona wird abtransportiert, Liv fehlt. Schon diese erste Szene ist so intensiv geschrieben, dass man sofort mitten im Geschehen steht. Man hört die Sirenen, spürt die Panik, das Zittern, dieses dumpfe Gefühl im Kopf nach einem Trauma.

Dann der Sprung sechs Tage zurück. Tankstelle. Samstagabend. Zwei Mädchen, ein überfallener Kassierer, ein Schuss. Die Szene ist brutal, schnell, realistisch. Kein unnötiges Drama – einfach pure Eskalation. Besonders stark fand ich Liv. Analytisch, kontrolliert, mit dieser permanenten inneren Alarmbereitschaft. Und gleichzeitig merkt man sofort: Da ist etwas in ihrer Vergangenheit, das sie unbedingt geheim halten will. Allein dieser Satz, dass die Polizei auf keinen Fall ihren Vater kontaktieren darf, hat bei mir sofort Alarm ausgelöst.

Der Schreibstil ist direkt, filmisch, unglaublich dicht. Man liest nicht – man erlebt. Die Autorin spielt mit Perspektivwechseln, mit Spannung zwischen den Zeilen, mit dieser unterschwelligen Ahnung, dass hier viel mehr passiert ist, als man denkt.

Mich hat das Buch sofort begeistert. Es ist kein Thriller, der langsam Fahrt aufnimmt – er startet im Vollsprint. Und ich will unbedingt wissen, was wirklich passiert ist. Wer lügt? Wer schützt wen? Und was hat das alles mit „Revenge“ zu tun?

Für mich jetzt schon ein Pageturner mit Suchtpotenzial.