Zwischen Rache und Rätseln – solide, aber nicht ganz rund

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„Revenge“ von Svenja Diel erzählt die Geschichte der Abiturientin Liv, die nach einem Überfall auf eine Tankstelle Augenzeugin wird, wie ein Mitschüler angeschossen wird.

Sie pendelt zwischen Gegenwart und Vergangenheit und versucht dabei Wahrheit, Schuld und Gerechtigkeit für sich einzuordnen. Die Grundidee ist stark, und Liv wirkt auf Anhieb sympathisch, doch für mich blieb vieles zu sehr im jugendlichen Setting verhaftet.

Die zahlreichen Zeitsprünge waren nicht klar genug gesetzt, sodass ich immer wieder überlegen musste, in welchem Moment der Handlung wir uns gerade befinden und auf welches Ereignis sich die Szene bezieht. Liv selbst mochte ich, aber sie blieb für mich nicht wirklich greifbar, eher wie eine Figur, deren Emotionen zwar angedeutet, aber selten wirklich durchdrungen werden.

Auch die Nebenfiguren wirkten in ihren familiären Problemen gefangen: der eine Elternteil arbeitet ständig, der andere geht fremd, beim nächsten sind die Eltern kaum zu Hause – alles nachvollziehbar, aber in der Häufung etwas diffus und ohne echte Tiefe. Insgesamt bietet das Buch eine spannende Idee und emotionale Momente, erreicht für mich aber nicht die erzählerische Klarheit und Struktur, die es gebraucht hätte. Daher solide drei Sterne.