Bloom

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wal.li Avatar

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Paula Bloom. Tochter eines amerikanischen Geschäftsmanns, konnte vor dem Krieg noch nach Amerika zurückkehren. Später begann sie eine Schulung im Camp Ritchie. Nach dem Ende des Krieges kehrt sie nach Deutschland zurück, um für die US-Armee unter anderem als Übersetzerin tätig zu sein. Wieder in Deutschland lernt Paula etliche weitere deutschstämmige Offiziere kennen. Insgeheim hofft sie etwas über das Schicksal eines Bekannten zu erfahren. Doch zunächst wird sie in die Verhöre von Nazi-Verbrechern, die von den Alliierten verhaftet wurden, eingesetzt. Ein vermeintlicher Spion, der russische Pläne an die Nazis verraten haben will, weckt Paulas besonders Interesse.

Als Paula in Europa ankommt, wird sie nach einem Zwischenstopp in Italien, der sie schon einige Illusionen kostet, in der Nähe von Frankfurt eingesetzt. In Camp King wird der besagte Super-Spion gefangen gehalten. Die Amerikaner wissen nicht richtig, ob sie dem Mann glauben sollen. Nun ist es Paula, die versuchen soll, aus den Aussagen des Mannes die Wahrheit herauszufiltern. Andere Nazi-Verbrecher werden jedoch eher nicht so hart behandelt. Und zu ihrem Erstaunen trifft Paula auch Menschen erneut, die sie schon im Haus ihres Vaters kennengelernt hatte. Was für ein Bild wirft das auf ihren Vater und auch die Amerikaner?

Wie war es nach dem Krieg? Wie wurden die Nazi-Verbrecher verhört und bestraft? Wie standen sie selbst zu ihren Taten? Sehr akribische Recherchen hat der Autor zu seinem Roman betrieben, was man seinem Nachwort entnehmen kann. Und danach hat er sich ausgesprochen nah an die Ergebnisse der Recherchen gehalten. Dadurch ist der Roman eher schwer zu lesen, obwohl er sehr spannend ist. Wie schnell die Nazis, Täter, Mitläufer und auch das normale Volk, das eben doch etwas gemerkt haben musste, von der Nazi-Zeit nichts mehr wissen wollten, ist schon krass. Nicht das geringste Schuldbewusstsein, keine Reue, keiner war ein Nazi, keiner hat irgendwas getan. Und wenn überhaupt, dann nur auf Befehl als Teil einer Kette. Es schüttelt einen. Etwas desillusioniert wird man allerdings auch, wie die Alliierten auch gleich nach dem Krieg versuchten das Potential zu nutzen, das die Gefangene boten. Da gab es auch kein Gewissen. Der kalte Krieg zog herauf und bei der Abwehr des Kommunismus war beinahe jedes Mittel recht. Tja, da steht man dann und fragt sich nach der Moral. Und man bekommt keine richtige Antwort. Dieser Roman sollte unbedingt gelesen werden, auch wenn sein Inhalt manchmal nicht leicht zu ertragen ist.

4,5 Sterne