Zwischen Althergebrachtem und moderner Technik: toller Mallorca-Krimi im Winzer-Milieu
Als der mallorquinische Winzer und Besitzer der Bodega Dos Diaz, Nadal Diaz, auf brutale Weise ermordet wird, stehen die beiden Ermittler Ana Banderas und Donis Nuñez zunächst vor einem Rätsel. Schnell führen die Ermittlungen über eine dubiose Weinbruderschaft zu gepanschtem Wein, gefälschten Etiketten und geheimen Abfüllanlagen auf dem spanischen Festland. Aber ist dies wirklich der Grund für den Mord? Als ein weiterer erfolgreicher Winzer ermordet wird, scheint klar: Das Motiv liegt viel tiefer und führt uns weit in die Geschichte der Bodegas zurück.
Ausgezeichnet geschriebener und spannender Mallorca-Krimi mit sehr vielschichtigen Protagonisten und viel Lokalkolorit. Der Stil des Autors besticht durch seine bildhaften Beschreibungen von Land und Leuten und ihrer Geschichte und gibt tiefe Einblicke in die Vielseitigkeit des Weinhandels, einer Branche, die zwischen Tradition und Moderne steht. Es geht um die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat und um eine Branche, die zwischen althergebrachten Herstellungsmethoden und moderner Technik die richtige Balance finden muss, um auf dem globalen Markt bestehen zu können und Geld zu verdienen. Diese Diskrepanz spiegelt sich nicht nur in der Arbeit der Bodegas wieder, sondern auch in der Arbeit der beiden Ermittler.
Alle Protagonisten des Romans sind sehr gut herausgearbeitet und offenbaren ihre ganz eigenen Charaktereigenschaften. Der ehrgeizige Präses der Weinbruderschaft Pablos, der im Hintergrund die Fäden zieht, spielt eine ebenso große Rolle in der Geschichte wie der Ehemann des ermordeten Winzers, Francisco, und auch vom Vermittler Martinez erhält man als Leser eine guten Einblick in seinen Charakter. Stehen diese für den modernen, gewinnorientierten Weinhandel, so steht der Kellermeister der Bodega Dos Diaz, Mateo, für traditionelle Winzerei, für große Loyalität zur eigenen Familie und Verbundenheit zur Natur.
Geschickt erzählt der Autor in einzelnen, manchmal recht kurzen Kapiteln mit passenden Überschriften seine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und verknüpft so die einzelnen Handlungsstränge und Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Auf diese Weise gibt er Einsichten in Gefühlswelt und Motive der einzelnen Personen. Der größere Anteil liegt hierbei auf den Ermittlern Ana und Donis sowie, und das ist ein sehr interessanter Aspekt, auf dem deutschen Aussteiger Georg Rothenburg, der auf seiner Motoryacht, auf der er lebt, ein mit der neuesten Technik ausgestattetes Computersystem eingerichtet und eine künstliche Intelligenz namens Sonia kreiert hat.
Besonders Anas Ermittlungen werden maßgeblich durch Sonias Erkenntnisse ergänzt und vorangetrieben und trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Anas Arbeit ist sonst geprägt von sogenannten guten alten Ermittlungsmethoden wie Zeugenbefragungen, Sondierung des Tatorts und Organigramme mit Verbindungslinien an den Wänden. Dennoch gewinnt die KI immer mehr Einfluss auf ihre Arbeit und auch ihr Leben. Dass Sonia anscheinend Empathie entwickelt und eigene Entscheidungen trifft, erinnert an Filme wie I, Robot und kann einem durchaus Angst machen. Ebenso wie die Menschen ist auch Sonia nicht einfach schwarz oder weiß, gut oder böse, sie ist beides oder auch nichts davon. So ist es denn auch Sonia, die das Heft in die Hand nimmt und einen Ausblick in die Zukunft gewährt.
Fazit: Hervorragend recherchierter spannender Krimi mit viel Lokalkolorit und Einblicke in Land und Leute und in eine Kultur der Gegensätze. Der Autor mit seinem sehr flüssigen und unaufgeregten Stil versteht es, subtil Spannung aufzubauen und durch die detaillierten Beschreiben Bilder und Szenen heraufzubeschwören. Ich war jedenfalls sofort in der Geschichte drin und freue mich schon auf weitere Fälle von Ana und Donis und auch auf Georg und seiner KI Sonja. Der Folgeband Tödliches Handicap steht schon in den Startlöchern und man darf sehr gespannt sein, wie ihr Einfluss auf Anas und Donis Arbeit weitergeht.
Ausgezeichnet geschriebener und spannender Mallorca-Krimi mit sehr vielschichtigen Protagonisten und viel Lokalkolorit. Der Stil des Autors besticht durch seine bildhaften Beschreibungen von Land und Leuten und ihrer Geschichte und gibt tiefe Einblicke in die Vielseitigkeit des Weinhandels, einer Branche, die zwischen Tradition und Moderne steht. Es geht um die tiefe Verbundenheit der Menschen mit ihrer Heimat und um eine Branche, die zwischen althergebrachten Herstellungsmethoden und moderner Technik die richtige Balance finden muss, um auf dem globalen Markt bestehen zu können und Geld zu verdienen. Diese Diskrepanz spiegelt sich nicht nur in der Arbeit der Bodegas wieder, sondern auch in der Arbeit der beiden Ermittler.
Alle Protagonisten des Romans sind sehr gut herausgearbeitet und offenbaren ihre ganz eigenen Charaktereigenschaften. Der ehrgeizige Präses der Weinbruderschaft Pablos, der im Hintergrund die Fäden zieht, spielt eine ebenso große Rolle in der Geschichte wie der Ehemann des ermordeten Winzers, Francisco, und auch vom Vermittler Martinez erhält man als Leser eine guten Einblick in seinen Charakter. Stehen diese für den modernen, gewinnorientierten Weinhandel, so steht der Kellermeister der Bodega Dos Diaz, Mateo, für traditionelle Winzerei, für große Loyalität zur eigenen Familie und Verbundenheit zur Natur.
Geschickt erzählt der Autor in einzelnen, manchmal recht kurzen Kapiteln mit passenden Überschriften seine Geschichte aus verschiedenen Perspektiven und verknüpft so die einzelnen Handlungsstränge und Vergangenheit und Gegenwart miteinander. Auf diese Weise gibt er Einsichten in Gefühlswelt und Motive der einzelnen Personen. Der größere Anteil liegt hierbei auf den Ermittlern Ana und Donis sowie, und das ist ein sehr interessanter Aspekt, auf dem deutschen Aussteiger Georg Rothenburg, der auf seiner Motoryacht, auf der er lebt, ein mit der neuesten Technik ausgestattetes Computersystem eingerichtet und eine künstliche Intelligenz namens Sonia kreiert hat.
Besonders Anas Ermittlungen werden maßgeblich durch Sonias Erkenntnisse ergänzt und vorangetrieben und trägt maßgeblich zum Erfolg bei. Anas Arbeit ist sonst geprägt von sogenannten guten alten Ermittlungsmethoden wie Zeugenbefragungen, Sondierung des Tatorts und Organigramme mit Verbindungslinien an den Wänden. Dennoch gewinnt die KI immer mehr Einfluss auf ihre Arbeit und auch ihr Leben. Dass Sonia anscheinend Empathie entwickelt und eigene Entscheidungen trifft, erinnert an Filme wie I, Robot und kann einem durchaus Angst machen. Ebenso wie die Menschen ist auch Sonia nicht einfach schwarz oder weiß, gut oder böse, sie ist beides oder auch nichts davon. So ist es denn auch Sonia, die das Heft in die Hand nimmt und einen Ausblick in die Zukunft gewährt.
Fazit: Hervorragend recherchierter spannender Krimi mit viel Lokalkolorit und Einblicke in Land und Leute und in eine Kultur der Gegensätze. Der Autor mit seinem sehr flüssigen und unaufgeregten Stil versteht es, subtil Spannung aufzubauen und durch die detaillierten Beschreiben Bilder und Szenen heraufzubeschwören. Ich war jedenfalls sofort in der Geschichte drin und freue mich schon auf weitere Fälle von Ana und Donis und auch auf Georg und seiner KI Sonja. Der Folgeband Tödliches Handicap steht schon in den Startlöchern und man darf sehr gespannt sein, wie ihr Einfluss auf Anas und Donis Arbeit weitergeht.