Englischer Sommer, britische High Society, ein Party-Lord und ein Fake Girlfriend Service ergeben ein Highlight

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miminimmerland Avatar

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Rezensionsexemplar

Ich hatte die Ankündigung für Royal Rumors mehr zufällig auf Social Media entdeckt und wusste, dieses Buch muss ich lesen. Gossip Girl meets Maxton Hall trifft es erstaunlich gut und das Cover ist einfach ein Blickfang. Das Beste ist, dass ich nicht enttäuscht wurde. Dieses Buch ist für mich ein Sommer Highlight und ich freue mich auf die Folgebände

Zum Inhalt:
Nathalie bietet einen Secret Girlfriend Service an, um sich Geld dazu zu verdienen. Dabei hat sie sehr konsequente Regeln. Erstens keine prominenten Kunden und zweitens weder Küsse noch Intimitäten.
Beide Regeln funktionieren bis sie sich darauf einlässt die Freundin von Lord Benjamin Ashford, dem Partyprinzen und Sorgenkind der Familie Ashford, zu spielen. Aus einem Fake Date bei einer privaten Gartenparty seiner Mutter wird dank eines Tipps an die Klatschseite Royal Rumors eine Fake Dating Reihe. Doch stellt sich in der Hitze des Sommers die Frage, ob hinter dem Schein nicht doch wahre Gefühle brodeln.

Für mich hatte das Setting mit dem exklusiven College und der Freundesgruppe sowie den immer wiederkehrenden Nebencharakteren wirklich etwas von Maxton Hall reloaded. Dabei wirkte die Geschichte nie wie eine Kopie der Buchreihe, sondern vielmehr wie eine Neuinterpretation, da zum einen die Charaktere am College studieren und zum anderen zwischen den Protagonisten eine völlig andere Ausgangssituation herrschte. Weiterhin hat sich die Geschichte komplett anders entwickelt, doch trotzdem erinnert das Ambiente und Setting an Maxton Hall und ich habe es geliebt.
Passend ergänzt wurde das Setting in meinen Augen durch die Klatschseite Royal Rumors, womit in meinen Augen richtig tolle Gossip Girl Vibes eingezogen sind. Damit war das Buch in dieser Mischung des Settings und des Vibes ein Besuch in meiner Jugend und der damaligen Lektüre.
Nathalie ist für mich ein interessanter Charakter. Es gefällt mir, dass sie zwar zur Elite der Schönen und Reichen gehört, aber aufgrund ihrer Geschichte auch die andere Seite der Medaille kennt. Ihr Charakter und auch ihre Handlungen sind für mich ein wunderbarer Spagat zwischen zwei Welten gewesen. Mir hat gefallen, dass Nathalie insbesondere auch ihre Unsicherheiten, aber auch Mental Health Themen immer wieder kommuniziert hat. Mit ihrem Fake Girlfriend Service musste ich ein wenig an den Film "Einfach zu haben" denken. Glücklicherweise hat sich die Geschichte und auch Nathalie aber vollkommen anders entwickelt.
Benjamin Ashford ist für mich eine absolute Greenflag. Obwohl er am Anfang als Party-Prinz und Sorgenkind der Familie eingeführt wird, zeigt er schnell, dass er auch eine fürsorgliche und sensible Seite hat. Während Nathalie sich in ihren Erzählpassagen immer wieder erinnert, dass die Beziehung zu Benjamin nur ein Job ist und dies auch immerzu kommuniziert, ist Benjamin anzumerken, dass er nicht nur die geschäftliche Beziehung, sondern auch den Menschen dahinter sieht. Ihm ist wichtig, dass Nathalie sich in seiner Gegenwart gut fühlt. Das fand ich unglaublich schön. Mir hat auch gefallen, dass er es unabhängig von der Art der Beziehung, die er zu Nathalie gepflegt hat, nie als seine Aufgabe gesehen hat sie reparieren zu müssen oder ihr Held zu sein. Er hat sie mit allen Ecken und Kanten genommen und diese als ihre Specialeffekte gesehen. Leider war er manchmal etwas zu motiviert und ist über sein Ziel hinausgeschossen oder zu einem anderen Ergebnis gekommen, aber er war lernfähig, hat sich Rat eingeholt und sein Handeln reflektiert. Etwas das ich ihm zu Beginn nicht zugetraut hätte. Für mich hat Benjamin eine wirklich tolle Entwicklung gemacht.
Probleme hatte ich mit Warren, dem Bruder von Benjamin. Sein Verhalten war teilweise obsessiv und nicht nachvollziehbar, selbst wenn es ein Nebenerzählstrang gewesen ist, war es doch präsent. Mit Warren geht auch Josie einher. Diese Beziehung war schon sehr speziell und es fehlt einiges an Hintergründen, aber wie sowohl Benjamin als auch Nathalie immer wieder betonen, ist es nicht ihre Geschichte. Das macht mich gespannt auf das nächste Buch der Reihe. Ich hoffe sehr, dass darin "aufgeräumt" wird mit der Beziehung von Warren und Josie.
Die anderen Nebencharaktere waren alle auf ihre Art interessant. Es wurde viel mit Stereotypen gespielt ohne dabei zu sehr ins Klischee zu verfallen. Das hat mir gefallen. Für mich ist zum Teil auch überraschend gewesen wie detailliert die Charaktere, insbesondere Nebencharaktere auf den nicht mal 400 Seiten ausgearbeitet waren. Da noch zwei weitere Bücher folgen, ist meine Vermutunf, dass in diesem ersten Buch bereits entscheidende Grundsteine für die weiteren Bände und deren Protagonisten gelegt worden sind. Ich hatte aber zu keinem Zeitpunkt den Eindruck, dass der Geschichte von Benjamin und Nathalie oder deren jeweiliger Charakterentwicklung die Show gestohlen worden ist.
Ich mochte, dass das Buch aus zwei Perspektiven, Benjamin und Nathalie, erzählt worden ist. Die Artikel des Royal Rumors waren nicht überpräsent und an den richtigen Stellen eingestreut. Sie passten immer zur Handlung und haben dieser auch Kontext gegeben.
Die Entwicklung der Geschichte und der Charaktere passte zum Zeitraum der Handlung. Mir hat besonders gefallen, dass die Entwicklung von Gefühlen Zeit in Anspruch genommen hat und insbesondere der Übergang zur Intimität nicht einfach dagewesen ist. Ehrlicherweise hat mich ganz lang die Frage umgetrieben, ob es zu einem dramatischen Punkt in der Geschichte kommen wird. Ich bin froh, dass dieser nicht zu kindisch oder dramatisch aufgezogen worden ist und sich gut in die Handlung eingefügt hat. Alles andere hätte nicht gepasst.
Dies gilt auch für den Schreibstil. Ich mochte das Buch nicht aus der Hand legen. Wenn ich es in der Hand hatte bin ich nur durch die Seiten geflogen. Es ist einfach wundervoll gewesen.

Für mich war Royal Rumors ein Highlight. Mit unter 400 Seiten war die Geschichte zwar knackig dabei aber nicht oberflächlich. Mir gefällt das Setting in England an einem Elite-College und auch der High Society Bezug. Ich mochte das Spiel mit Stereotypen und Klischees ohne dabei zu kitschig zu werden. Es passte einfach alles und ich freue mich auf die Fortsetzung.

Ich kann das Buch jedem empfehlen, der ...
... noch einmal das Ambiete und Gefühl von Maxton Hall erleben möchte.
... Lust auf einen Sommer in der High Society Englands hat,
... ein Gossip Girl Revival feiert,
... auf der Suche nach einem neuen Bookboyfriend ist und
... eine Gruppe von jungen Menschen auf der Suche nach Liebe, aber auch ihrem Platz im Leben begleiten möchte.

Fazit 5/ 5
Gefühl 3 /5
Humor 2 /5
Spannung 2 /5
Spice 1 /5

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