Ein beklemmender Psychothriller über Moral, Angst und die Abgründe der Freundschaft

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Ruf der Leere von Daniel Alvarenga ist ein intensiv erzählter Psychothriller, der mit einer scheinbar simplen Ausgangssituation beginnt und sich schnell zu einem düsteren Kammerspiel entwickelt. Die Ankunft des alten Mannes, der der Gruppe ein grausames Ultimatum stellt, legt Spannungen offen, die längst unter der Oberfläche brodeln. Zwischen Misstrauen, Angst und verletzten Egos werden die Freunde gezwungen, sich ihren dunkelsten Impulsen zu stellen.
Parallel dazu begleitet der Roman Felix’ Vater, der erst durch das Verschwinden seines Sohnes begreift, wie wenig er über dessen inneres Leben weiß. Alvarenga verwebt beide Ebenen geschickt und zeichnet ein bedrückendes Bild davon, wie zerbrechlich Beziehungen sein können – besonders dann, wenn die Masken fallen. Atmosphärisch dicht, moralisch herausfordernd und voller psychologischer Wucht bleibt Ruf der Leere lange im Kopf nachhallen.