Anders als erwartet

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leseratte1310 Avatar

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Seit Wochen freut sich Felix auf ein gemeinsames Wochenende mit seinen Freunden Ben und Laura, welches sie in einer Waldhütte verbringen wollen. Dass weitere Gäste auftauchen, gefällt ihm nicht besonders. Doch dann taucht ein alter Mann auf, der von sich behauptet, er der „Tod“. Er verlangt von den sieben Anwesenden, einen auszuwählen, der es verdient weiterzuleben. Diese moralische Frage bringt Abgründe hoch.
Schon beim Eintreffen in der Hütte ist eine gewisse Spannung spürbar, die in ungeahnte Höhe schnellt, als der Alte auftaucht und seine Forderung stellt. Daraus entwickelt sich eine Gruppendynamik, die auf ein schlimmes Ende hindeutet.
Das Thema fand ich interessant und die Leseprobe hatte mich auch angesprochen, daher wollte ich dieses Buch lesen. Doch am Ende war ich enttäuscht.
Der Schreibstil war mir auf Dauer dann doch zu eigenwillig und direkt. Der Perspektivwechsel hat mir aber gefallen, da man so einen besseren Eindruck erhält.
In Rückblende erfahren wir mehr über die Protagonisten und ihre Beziehung zueinander. Dazu gibt es dann noch einen weiteren Strang, in dem der Vater von Felix sich um seinen Sohn sorgt.
Ich kann nicht behaupten, dass mir eine der Figuren sympathisch war. Den verwöhnte Felix finde ich manipulativ. Er hat einen perfiden Plan, wie sich mit der Zeit herausstellt. Überhaupt sind für mich die Handlungsweisen oft nicht nachvollziehbar.
Das Ende hinterlässt lose Fäden, was mich unzufrieden macht. Die Spannung war zwar gegeben, aber die philosophischen Aspekte hätten ruhig deutlicher behandelt werden können. Ist ein Mensch mehr wert als der andere? War darf leben und warum?
Auch wenn dieser Roman zum Nachdenken anregt, so fehlte ihm doch in weiten Bereichen die Tiefe. Hat mich leider enttäuscht.