Der Sog ins Verderben

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Daniel Alvarengas zweiter Roman eröffnet ein Spannungsfeld aus Liebe, Illusion und menschlichen Abgründen. Wir begleiten vor allem Felix, der eine Wiederkommensparty für seinen besten Freund Ben in einer abgelegenen Hütte im Wald veranstalten möchte. Weiterhin eingeladen ist Laura, seine Studienkollegin. Ben jedoch bringt noch seinen Freund Bill aus Australien mit und Laura kommt mit ihrem festen Freund Fabian und ihrer besten Freundin Lisa. Zu guter Letzt steht dann auch noch Felix‘ Schwester Elena vor der Tür. Die Situation mag jetzt schon überfordernd wirken, Alvarenga setzt aber da noch einen drauf, in dem ein alter Mann zur Hütte kommt und behauptet der Tod höchstpersönlich zu sein.

Das Setting klingt erst einmal verworren und vielleicht auch nicht unbedingt neu, dennoch bietet das Buch viel Unterhaltung. Ich konnte es teilweise auch nicht aus der Hand legen, weil sich ein Sog entwickelt und die Cliffhanger gut gesetzt sind. Man merkt, dass Alvarenga Drehbücher schreibt. Das Buch wechselt zwischen den Ansichten der einzelnen Personen, am meisten begleitet man jedoch Felix und Laura. Im Verlauf der Handlung steigt man immer mehr in die einzelnen zwischenmenschlichen Beziehungen der sieben Personen ein und erfährt einige, teilweise schlimme Dinge. Zum Ende gibt es dann auch nochmal gute Plottwists.

Insgesamt fand ich das Buch sehr gut, besonders die Darstellung von Felix hat mir sehr gefallen. Seine Figur ist sicherlich die am meisten polarisierende in der Geschichte und genau deshalb für mich unheimlich interessant. Alvarengas Debütroman „Hundswut“ werde ich mir auf jeden Fall auch noch kaufen und lesen. Mir gefällt der Schreibstil sehr gut, auch wenn einige Dinge nicht ganz so ausführlich hätten sein müssen.