Hat mich gepackt – und etwas ratlos zurückgelassen

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lili_1302 Avatar

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„Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga ist ein Buch, das sich angenehm flüssig lesen lässt und von Anfang an Interesse weckt. Im Mittelpunkt steht eine Gruppe von Menschen, die man wohl als Freunde bezeichnen kann – auch wenn nicht jeder mit jedem eng verbunden ist. Das Buch erzählt ihre gemeinsamen Geschichten, mal aus unterschiedlichen Perspektiven, mal mit Fokus auf einzelne Beziehungen. Dadurch entsteht ein dichtes Geflecht aus Begegnungen, Erlebnissen und Spannungen, das sich gut nachvollziehen lässt, ohne kompliziert zu wirken.

Inhaltlich lebt die Geschichte von Dramen und Intrigen. Sie zeigt sehr deutlich, wozu Menschen fähig sein können, wenn Gefühle, Konflikte und unausgesprochene Wahrheiten aufeinandertreffen. Gerade diese menschlichen Abgründe machen das Buch interessant, aber stellenweise auch traurig. Es ist keine schwere Kost, aber definitiv eine Lektüre, die nachdenklich stimmt und zeigt, wie schnell Beziehungen kippen können.

Besonders positiv ist, dass sich das Buch leicht lesen lässt und trotzdem genug Tiefe hat, um nicht oberflächlich zu wirken. Allerdings kam das Ende für mich sehr abrupt. Es war ziemlich unerwartet und hat mich mit vielen offenen Fragen zurückgelassen. Am Ende war ich etwas verwirrt und hätte mir mehr Raum für Auflösung gewünscht. Trotzdem bleibt „Ruf der Leere“ eine nette, spannende Lektüre, die im Kopf nachhallt.