Moralisches Spiel, das über Grenzen geht

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alexendless Avatar

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"Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga ist ein psychologisch angelegter Thriller um eine eskalierende Wochenendfahrt in eine Waldhütte und ein bedrohliches "moralisches Spiel“.
Im Zentrum steht Felix, der sich seit Wochen auf ein Wochenende mit seinen Freunden Ben und Laura in einer abgelegenen Waldhütte freut, aber genervt ist, dass noch weitere Leute mitgebracht werden.
Die Stimmung in der Gruppe ist von Anfang an angespannt, unterschwellige Konflikte und alte Kränkungen schwelen im Hintergrund.
Ein alter Mann taucht an der Hütte auf und stellt der Gruppe ein grausames Ultimatum: Bis zum Abend müssen sie eine Person auswählen, die weiterleben darf, während die anderen sterben sollen.
Diese Forderung sprengt die ohnehin fragile Gruppendynamik und legt die egoistischsten, aggressivsten und verletzlichsten Seiten der Beteiligten offen.
Während sich in der Hütte die Situation zuspitzt, beginnt Felix’ Vater sich ernsthaft Sorgen zu machen, weil sein Sohn nicht zurückkehrt.
Das Verhältnis der beiden war nie innig, doch das Verschwinden zwingt den Vater, Felix’ Leben, Freundschaften und innere Not genauer anzuschauen, wobei ihn das Bild seines Sohnes zunehmend beunruhigt.

Der Roman verhandelt moralische Grenzsituationen, die Frage, wie weit Menschen in Extremsituationen gehen, und welche Schuld jede Figur mit sich trägt.
Zudem geht es um familiäre Entfremdung, das Scheitern von Kommunikation und die Abgründe, die sichtbar werden, wenn äußere Sicherheiten wegfallen.