Potenzial nicht ausgeschöpft

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honeymilky Avatar

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Der Beginn des Buches, eine dramatisch verlaufende Party mit sieben problematischen Personen an einem Wochenende in einer Waldhütte ohne Handyempfang, gefiel mir gut. Die Protagonisten und deren Beziehung zueinander werden in eingeschobenen Rückblicken beleuchtet. Diese ergänzen den Hauptstrang der Hüttenparty recht harmonisch. Die Charaktere werden meiner Meinung nach recht gut ausgearbeitet, so dass man schnell ein Gefühl dafür bekommt, wie die einzelnen Personen denken, handeln und emotional funktionieren. Das macht es leicht, sich in sie hineinzuversetzen und ihre Entscheidungen nachzuvollziehen. Jede Person bringt ihre eigene Dynamik in die Geschichte ein, wodurch das Zusammenspiel stimmig wirkt.
Inhaltlich geht es vor allem um ethische und psychologische Themen, was ich durchaus spannend finde, aber in diesem Roman nicht richtig zu Ende gedacht wurde. Aufkommende Spannung wird beim Lesen schnell wieder unterdrückt und die Lösung am Schluss konnte mich nicht überzeugen. Dafür erschien das Ende einfach viel zu abrupt. Für meinen Geschmack blieben manche Fragen offen und einige Handlungsstränge hätten mehr Raum zur Auflösung bekommen müssen. Das Ende fühlte sich dadurch irgendwie unvollständig an.