Wie weit bist Du bereit zu gehen?

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poutschie Avatar

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Eine Gruppe junger Menschen möchte ein Wochenende in einer abgeschiedenen Hütte verbringen. Kein Handyempfang, überraschende zusätzliche Gäste und eine ganz eigene Gruppendynamik rahmen das Geschehen ein. Bereits am ersten Abend eskaliert das Geschehen, als ein rätselhafter alter Mann die Hütte betritt und den jungen Leuten eine groteske Aufgabe gibt: Sie sollen bis Mitternacht zusammen eine Person bestimmen, die als einzige überleben wird, alle anderen würden sterben.

Was wie ein Spannungsroman wirkt, entwickelt sich nach und nach zu einem Psychothriller. Erzählt wird dabei aber nicht nur aus einer Perspektive, sondern durch die Augen aller Protagonisten – mal im aktuellen Zeitstrang und mal mit Rückblicken in die Vergangenheit. Es wird die Frage nach dem gemeinsamen und dem eigenen moralischen Kompass aufgeworfen. Folgen wir (als Gruppe) und ich (als Einzelne/r) in einer äußeren Drucksituation noch einer – wie auch immer gearteten – gemeinsamen Moral/Ethik oder knicken wir/ich ein? Werden wir zum Tier mit einem reinen Überlebensinstinkt?

Das Buch wurde für mich zum echten Pageturner und das überraschende Ende stellt dann noch einmal alles auf den Kopf. Ging es wirklich um die Antwort nach der Moral oder hat man schließlich nur in ein inneres Zwiegespräch eines fragwürdigen jungen Menschen hineingehorcht? Daniel Alvarenga lässt in diesem Buch in Abgründe blicken - in diejenigen seiner tragischen Figuren aber auch in unsere eigenen. Hand aufs Herz, wie würdest du entscheiden?

Das Buch war packend, mit überraschenden Wendungen und mit einem nicht ganz einfachen Ende. Mich hat es von vorne bis hinten eingesogen und ich kann es jedem nur wärmstens empfehlen!