Literarischer Meilenstein

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Rezension „Rules For Being A Girl“ von Candace Bushnell



Meinung

Sofort stach mir das Cover ins Auge und weckte meine Neugierde. Der Titel mit der großen, teils knalligen Schrift ist nichts alltägliches, wodurch ich unbedingt erfahren wollte worum es bei der Geschichte geht. Nach dem Klappentext ahnte ich schon, dass mir eine wichtige Thematik begegnen würde, doch hatte ich keine Ahnung und wurde somit auf höchstem Niveau von den Autorinnen überrascht.

Marin ist 17 Jahre jung und hält sich immer an Regeln. Doch dann kommt es zu einem Vorfall mit ihrem Lehrer, der ihr nicht nur die Augen öffnet, sondern sie auch erkennen lässt, wie ungerecht Mädchen behandelt werden. Für Marin steht fest, die Regeln nicht mehr zu befolgen.

Gleich zu Anfang wurde ich mit kurzen Kapiteln begrüßt, was ich nicht nur für das empfohlene Lesealter perfekt finde, sondern auch selbst, da es einem immer wieder Zeit gab die teils heftigen, erschütternden, schrecklichen Wahrheiten zu verinnerlichen. Die Geschichte wird aus Marins Sicht in der Ich-Perspektive erzählt. Besonders hier, in solch einem Werk, ließ es mich noch intensiver die Gedanken und Gefühle der Protagonistin Marin verstehen. Mit beinahe schauderhafter Schrecklichkeit rollten die Emotionen über mich hinweg.

Marin ist ein Charakter, mit dem sich viele Mädchen und Frauen werden identifizieren können, was sie in meinen Augen nicht nur glaubhaft, sondern auch Echt, authentisch und Realitätsnah macht. Das Leben konfrontiert uns immer wieder mit Ungleichheiten, was auch ein Punkt ist, den Marin erkennt. Selten war ein Sog stärker, die Protagonistin bei ihrem Kampf um Gleichberechtigung zu begleiten. Die Autorinnen schufen eine konstante Spannung.

Themen wie Pflichten, Vorurteile, aber auch Geschlechter. Das Cover zeigt mit seinen vielen kleinen Aussagen schon eine Menge, doch gehören auch noch andere dazu. Meistens sind es Dinge, die wir selbst heute als normal und alltäglich abtun.

-Trage nicht zu viel Make-Up
-Rasier dir die Beine

Die Autorinnen erzählen nicht bloß eine Jugendbuch Geschichte a la 0815. Denn selten erlebt man solch einen Nachdruck und Nachhall, der auch mich überrascht hat. Es geschah während dem lesen immer wieder, dass ich innehalten und über die Worte und ihre Bedeutung nachdenken musste. Sich zu rasieren, um als „normale Frau“ zu gelten, stellt man doch gar nicht mehr infrage, oder? So viele Kleinigkeiten tun wir einfach, weil es von uns verlangt wird.

Die Wendungen in dieser Geschichte haben mich mit einer enormen, tiefergehenden Wucht getroffen und mein Herz entzwei gerissen. Ebenso wie die Konsequenzen, wenn man sich gegen etwas währt. Zweifelsohne schrieben die Autorinnen eine Geschichte, die von Realität geprägt ist. Niemals solltet ihr etwas einfach so hinnehmen! Nie!

Für mich war „Rules For Being A Girl“ zweifelsohne ein Highlight, dessen Botschaft, Bedeutung, Wichtigkeit viel mehr Leser erreichen sollte. Nicht nur Marin wurden die Augen geöffnet, sondern auch mir.


Fazit

Dieses Werk ist zweifelsohne ein literarischer Meilenstein, der schockiert, die Gedanken anregt und erschreckend reale Wahrheiten enthält. Rules for being a Girl ist nicht nur für junge Mädchen von Bedeutung, sondern auch für alle anderen Menschen. Die Autorinnen gehen auf Themen ein und zerpflücken sie. Hier trifft Jugendbuch auf das wahre Leben und ich bin absolut begeistert, sprachlos und wurde von den Emotionen mitgerissen.


Bewertung 🌹💛🌹💛🌹 5/5 Herzen