700 Seiten die mit Leidenschaft, Aufregung und Spice gefüllt waren!

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bookloverellie Avatar

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Fangen wir aber erstmal beim Grundlegenden an: Offside ist in einem unglaublich fesselnden und gleichzeitig einfachen Schreibstil geschrieben. Man fliegt regelrecht durch die Seiten, obwohl es so viele sind. Zu keinem Zeitpunkt hatte ich das Gefühl, dass sich etwas zieht oder unnötig in die Länge gezogen wird. Im Gegenteil – diese Geschichte brauchte genau diesen Raum. Diese Länge hat perfekt zu Chase und Bailey gepasst, zu ihrer Entwicklung, zu ihrer Dynamik und zu allem, was zwischen ihnen passiert.

Vermarktet wird das Buch mit eher reißerischen Tropes: der typische Bad Boy und das Mädchen, das Rache an ihrem Ex sucht. Spicy, unterhaltsam, aber ohne viel Tiefgang – genau das, was aktuell oft gut funktioniert. Und ja, genau das hat mich auch gecatcht. Aber während des Lesens kam immer wieder die Frage auf: Ist es wirklich nur das?

Für mich ganz klar: nein. Dieses Buch hätte eigentlich viel mehr verdient, als nur auf diese Klischees reduziert zu werden. Es geht um so viel mehr – um Leid und Heilung, um Verzeihen und darum, aus Fehlern zu lernen. Um Entscheidungen, die nicht im luftleeren Raum entstehen, sondern von vergangenen Erfahrungen geprägt sind. Und um Vertrauen, das nicht selbstverständlich ist, sondern erarbeitet werden muss.

Trotzdem muss ich auch einen Kritikpunkt ansprechen: Auf diesen 700 Seiten ist sehr viel Raum für Spice – und die Szenen sind oft sehr explizit. Dadurch, dass das Buch insgesamt so umfangreich ist, geht es irgendwo noch, aber für meinen persönlichen Geschmack war es einfach zu viel. An manchen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass der Fokus noch stärker auf der emotionalen Entwicklung liegt.

Und dann ist da noch Chase.
Eigentlich ist er eine absolute Green Flag – wirklich. Aber ich hatte beim Lesen mehrmals das Gefühl, dass die Autorin ihn künstlich in die Rolle des oberflächlichen Bad Boys drängt, obwohl er das längst nicht mehr ist – oder vielleicht nie wirklich war. Klar, das erfüllt die Erwartungen und Klischees, aber genau das hat für mich stellenweise die Authentizität der Geschichte geschwächt. Es wirkte fast so, als würde sein Charakter gegen seine eigene Entwicklung arbeiten – und das fand ich unglaublich schade.

Genau diese Punkte sind letztendlich auch der Grund, warum es für mich kein 5-Sterne-Buch geworden ist. Es war intensiv, emotional, hitzig und voller Spannung – aber an manchen Stellen eben auch ein bisschen zu klischeehaft und oberflächlicher, als es hätte sein müssen.

Trotzdem: Es war definitiv ein Highlight.
Und vor allem die Beziehung und die Verbindung zwischen Chase und Bailey haben mich wirklich berührt und mitgerissen.

Wenn ihr eine tolle Eishockeyromance lesen wollt, kann ich euch diese nur ans Herz legen!