Ein paar schöne Stunden mit einigen lustigen Momenten
Mein erster Gedanke zu diesem Buch ist, dass es leider eine deutliche Überlänge hatte, was ihm schlussendlich, wenn man den Gesamteindruck betrachtet, einige Minuspunkte eingebracht hat. Doch fangen wir einmal ganz von vorne an.
Offside ist der erste Band der „Rules of the Game“-Reihe von Avery Keelan. In dieser Sports-Romance wird auf knapp über 700 Seiten die Geschichte von Bailey James und Chase Carter erzählt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Zerrissenheit der weiblichen Hauptprotagonisten Bailey. Sie steht nach der Trennung von ihrem Ex (auf den komme ich gleich auch noch einmal kurz zu sprechen) zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite steht ihr starkes Loyalitätsgefühl gegenüber ihrer College-Hockey Mannschaft, in der ebenfalls ihr Bruder spielt. Die Gegenseite dazu bilden ihre wachsenden Gefühle für Chase Carter, dem Star der rivalisierenden Eishockeymannschaft. Was mir an Bailey dabei sehr gefällt ist ihre Zielstrebigkeit und ihre Treue. Denn egal, in welcher Situation sie sich in diesem Buch befindet oder was ihr passiert, sie bleibt bei ihren Ansichten, Gefühle und Ziele. Diesen Charakterzug habe ich sehr an ihr gemocht.
An dieser Stelle möchte ich zwei weitere Protagonisten noch einmal kurz einzeln anreißen.
Zuerst einmal Baileys Gegenpart Chase Carter. Er ist ein selbstbewusster College-Hockeystar, dem alle Türen offenstehen. Er wurde als attraktiver, unterstützender und liebenswerter Mann dargestellt. Definitiv ein Leserinnen-Liebling. Außerdem erfüllte er grandios den „He falls first“ Trope, wie es jetzt immer so schön heißt. Mir persönlich gefällt diese Rollenverteilung immer sehr, weil es der Geschichte direkt den Charakter der hinterherlaufenden Frau nimmt (was oftmals sehr lästig zu lesen ist) und die Männer diesen Part oft mit sehr viel Humor ausfüllen, was sie zusätzlich sympathisch macht. Und man braucht ja auch nicht immer den Arschloch-Typ oder?
Und dann gab es da auch noch Baileys Ex Luke Morrison. Ein Typ zum Abgewöhnen. Krimineller, Scheusal, Waschlappen und Psycho in einem. Er hat dadurch zwar die gewisse Würze mit in die Story gebracht, war mir aber irgendwann auch einfach zu viel. Gerade Momente in denen er eine große Klappe hatte und dann doch wieder den Schwanz nur eingezogen hat haben mich dann doch schnell genervt. Was mir dabei am Ende etwas zu kurz gekommen ist, ist die Auflösung um Sophia und ihn. Ich hätte gerne herausgefunden, was nach dem Gespräch von Bailey und ihr in der Toilette passiert ist. Ansonsten hätte man das Thema auch nicht unbedingt noch mit in den weiteren Verlauf einbringen müssen.
Gleiches dachte ich dann auch im Bonus Teil, wo Chase sich die Frage stellt, ob Bailey ihren Vater vermisst. Warum sollte sie ihn vermissen? Was ist mit ihm passiert? Eben war er doch noch quick lebendig? Wo bleibt da meine Auflösung?
Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte sowie der Schreibstil der Autorin jedoch gut gefallen. Die Story war gut aufgebaut, es wurde zeitweise etwas ausführlicher auf ein Thema oder eine Situation sowie die Gefühle der Protagonisten eingegangen, an anderer Stelle dann auch passend wieder eingekürzt. Es war wirklich ein tolles Leseerlebnis. Zumindest für 500 Seiten. Dann wurde es allerdings deutlich zu lang. Das lag vor allem daran, dass nichts Bedeutsames mehr passierte und die Autorin die Seiten gefühlt nur noch mit Sexszenen gefüllt hat. Das ging für mich sogar schon so weit, dass ich die ganze Beziehung zwischen Bailey und Chase sehr kritisch hinterfragt habe. Denn wenn jede Situation, jedes Problem auf Sex hinausläuft und kein vernünftiges und vor allem klärendes Gespräch geführt werden kann, wie gut ist diese Beziehung dann am Ende dann eigentlich wirklich? Hier fehlte mir dann leider die Tiefgründigkeit der Gefühle und der beiden Protagonisten zueinander.
Zusätzlich fällt Chase in diesen Situationen nicht gerade positiv auf. Oft war er mir zu besitzergreifend und dominant ohne wirklich eine Basis dafür zu haben. Im Buch wird das ganze dann oftmals als Sturheit und „sein Charakter“ abgetan. Hier muss ich allerdings sagen, dass es für mich eher so rüberkam, als würde er einfach nur seinen eigenen Willen durchboxen wollen und das um jeden Preis. Und wenn das bedeutet zu lügen, dann war es bei ihm auch völlig ok und er konnte das vor sich selbst natürlich auch immer rechtfertigen. Oder er musste Bailey einfach nur genug vom Thema ablenken und mit Sex ködern um sie ruhig zu stellen. Auch das wurde dann gerne von ihm in Kauf genommen. Ging es hingegen um sie, war das eine ganz andere Sache. Und so gerne ich Chase auch die meiste Zeit mit seiner wirklich liebevollen und unterstützenden Art mochte, so sehr hat mir der andere Teil von ihm, der im letzten Viertel des Buches zum tragen kam, missfallen. Das hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen, hätte man sich ein paar Seiten gespart.
Zusammenfassend kann man jedoch sagen, hat mir das Buch ein paar schöne Stunden mit einigen lustigen Momenten bereitet. Man könnte es gerade hinten raus gerne etwas kürzen und auch den Bonus Teil hätte ich nicht unbedingt gebraucht, dennoch war es in Summe stimmig.
Offside ist der erste Band der „Rules of the Game“-Reihe von Avery Keelan. In dieser Sports-Romance wird auf knapp über 700 Seiten die Geschichte von Bailey James und Chase Carter erzählt. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Zerrissenheit der weiblichen Hauptprotagonisten Bailey. Sie steht nach der Trennung von ihrem Ex (auf den komme ich gleich auch noch einmal kurz zu sprechen) zwischen den Stühlen. Auf der einen Seite steht ihr starkes Loyalitätsgefühl gegenüber ihrer College-Hockey Mannschaft, in der ebenfalls ihr Bruder spielt. Die Gegenseite dazu bilden ihre wachsenden Gefühle für Chase Carter, dem Star der rivalisierenden Eishockeymannschaft. Was mir an Bailey dabei sehr gefällt ist ihre Zielstrebigkeit und ihre Treue. Denn egal, in welcher Situation sie sich in diesem Buch befindet oder was ihr passiert, sie bleibt bei ihren Ansichten, Gefühle und Ziele. Diesen Charakterzug habe ich sehr an ihr gemocht.
An dieser Stelle möchte ich zwei weitere Protagonisten noch einmal kurz einzeln anreißen.
Zuerst einmal Baileys Gegenpart Chase Carter. Er ist ein selbstbewusster College-Hockeystar, dem alle Türen offenstehen. Er wurde als attraktiver, unterstützender und liebenswerter Mann dargestellt. Definitiv ein Leserinnen-Liebling. Außerdem erfüllte er grandios den „He falls first“ Trope, wie es jetzt immer so schön heißt. Mir persönlich gefällt diese Rollenverteilung immer sehr, weil es der Geschichte direkt den Charakter der hinterherlaufenden Frau nimmt (was oftmals sehr lästig zu lesen ist) und die Männer diesen Part oft mit sehr viel Humor ausfüllen, was sie zusätzlich sympathisch macht. Und man braucht ja auch nicht immer den Arschloch-Typ oder?
Und dann gab es da auch noch Baileys Ex Luke Morrison. Ein Typ zum Abgewöhnen. Krimineller, Scheusal, Waschlappen und Psycho in einem. Er hat dadurch zwar die gewisse Würze mit in die Story gebracht, war mir aber irgendwann auch einfach zu viel. Gerade Momente in denen er eine große Klappe hatte und dann doch wieder den Schwanz nur eingezogen hat haben mich dann doch schnell genervt. Was mir dabei am Ende etwas zu kurz gekommen ist, ist die Auflösung um Sophia und ihn. Ich hätte gerne herausgefunden, was nach dem Gespräch von Bailey und ihr in der Toilette passiert ist. Ansonsten hätte man das Thema auch nicht unbedingt noch mit in den weiteren Verlauf einbringen müssen.
Gleiches dachte ich dann auch im Bonus Teil, wo Chase sich die Frage stellt, ob Bailey ihren Vater vermisst. Warum sollte sie ihn vermissen? Was ist mit ihm passiert? Eben war er doch noch quick lebendig? Wo bleibt da meine Auflösung?
Im Großen und Ganzen hat mir die Geschichte sowie der Schreibstil der Autorin jedoch gut gefallen. Die Story war gut aufgebaut, es wurde zeitweise etwas ausführlicher auf ein Thema oder eine Situation sowie die Gefühle der Protagonisten eingegangen, an anderer Stelle dann auch passend wieder eingekürzt. Es war wirklich ein tolles Leseerlebnis. Zumindest für 500 Seiten. Dann wurde es allerdings deutlich zu lang. Das lag vor allem daran, dass nichts Bedeutsames mehr passierte und die Autorin die Seiten gefühlt nur noch mit Sexszenen gefüllt hat. Das ging für mich sogar schon so weit, dass ich die ganze Beziehung zwischen Bailey und Chase sehr kritisch hinterfragt habe. Denn wenn jede Situation, jedes Problem auf Sex hinausläuft und kein vernünftiges und vor allem klärendes Gespräch geführt werden kann, wie gut ist diese Beziehung dann am Ende dann eigentlich wirklich? Hier fehlte mir dann leider die Tiefgründigkeit der Gefühle und der beiden Protagonisten zueinander.
Zusätzlich fällt Chase in diesen Situationen nicht gerade positiv auf. Oft war er mir zu besitzergreifend und dominant ohne wirklich eine Basis dafür zu haben. Im Buch wird das ganze dann oftmals als Sturheit und „sein Charakter“ abgetan. Hier muss ich allerdings sagen, dass es für mich eher so rüberkam, als würde er einfach nur seinen eigenen Willen durchboxen wollen und das um jeden Preis. Und wenn das bedeutet zu lügen, dann war es bei ihm auch völlig ok und er konnte das vor sich selbst natürlich auch immer rechtfertigen. Oder er musste Bailey einfach nur genug vom Thema ablenken und mit Sex ködern um sie ruhig zu stellen. Auch das wurde dann gerne von ihm in Kauf genommen. Ging es hingegen um sie, war das eine ganz andere Sache. Und so gerne ich Chase auch die meiste Zeit mit seiner wirklich liebevollen und unterstützenden Art mochte, so sehr hat mir der andere Teil von ihm, der im letzten Viertel des Buches zum tragen kam, missfallen. Das hätte meiner Meinung nach nicht unbedingt sein müssen, hätte man sich ein paar Seiten gespart.
Zusammenfassend kann man jedoch sagen, hat mir das Buch ein paar schöne Stunden mit einigen lustigen Momenten bereitet. Man könnte es gerade hinten raus gerne etwas kürzen und auch den Bonus Teil hätte ich nicht unbedingt gebraucht, dennoch war es in Summe stimmig.