Aus dem Leben gegriffen

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sjs11 Avatar

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Das Buch fühlt sich beim Lesen wirklich wie ein „Salto“ an, wie dieses seltsame Lebensgefühl kurz vor dem Erwachsenwerden: Man weiß, dass sich alles verändert, aber nicht wohin. Genau dieses Dazwischen fängt der Roman ziemlich gut ein.
Kurt Prödel schreibt über Jugend, Freundschaft, Familie – und darum, wie verloren man sich fühlen kann, selbst wenn eigentlich „alles normal“ wirkt. Der Erzähler stolpert mehr durchs Leben, als dass er klare Entscheidungen trifft. Und gerade das macht ihn so glaubwürdig und ehrlich. Keine coolen Heldenszenen, keine übertriebenen Dramen – sondern Unsicherheit, Zweifel und dieses ständige Nachdenken über sich selbst.
Die Sprache ist direkt, aber nicht platt. Viele Gedanken wirken roh und echt, manchmal fast unbeholfen.
Der Titel „Salto“ könnte nicht besser passen. Vielleicht landet man sicher, vielleicht auch nicht.
Was das Buch stark macht, ist, dass es nichts beschönigt. Es zeigt, wie kompliziert Beziehungen sein können, wie sehr einen die eigene Herkunft prägt und wie schwer es ist, seinen Platz zu finden. Trotzdem ist da immer so ein leiser Hoffnungsschimmer zwischen den Zeilen.
„Salto“ ist eher ein still und nachdenkliches Buch. Wenn man Geschichten mag, die sich echt anfühlen , dann ist das Buch genau das Richtige.