Coming-of-Age mit Ecken und Kanten
Nach dem Abitur steht Marko eigentlich glänzend da – Jahrgangsbester, beste Noten. Doch für seinen Traum vom Medizinstudium reicht es trotzdem nicht. Gleichzeitig zerbricht seine Beziehung zu Claire, die nur noch raus aus der Kleinstadt und hinein ins „echte“ Leben will.
Während sie nach vorne blickt, bleibt Marko zurück – gefangen zwischen Social Media, Selbstzweifeln und Zukunftsangst im grauen Wohnblock. Erst sein Vater eröffnet ihm eine neue Perspektive: ein Medizinstudium in Ungarn, finanziert von allem, was die Familie aufbringen kann.
Doch statt gemeinsam neu zu starten, driften Marko und Claire immer weiter auseinander. Mit jeder Entscheidung entfernen sie sich mehr voneinander – bis die Situation eskaliert und nichts mehr so ist wie zuvor.
Wie auch schon sein Debütroman „Klapper“ konnte mich „Salto“ auch komplett überzeugen. Marko und Claire, „schon immer“ zusammen& beide fertig mit der Schule, trennen ihre Wege und sich, um dann mit der Realität und Vergänglichkeit des Lebens und des Körpers konfrontiert zu werden. Nichts wird beschönigt, alles ist unglaublich realistisch und trotzdem verstecken sich so viele schöne Botschaften und ich musste oft schmunzeln. Marko hatte es und hat es nicht leicht, ich bin voll abgetaucht in sein Leben und seine Gedanken. Für mich ein absolut gelungener Coming-of-Age Roman mit Ecken und Kanten und vielen Hürden des Erwachsen-werdens. 5/5