Der große Sprung ins Leben
Das zweite Werk des Autors Kurt Prödel macht da weiter, wo er mit „Klapper“ aufgehört hat - und legt mit „Salto“ die nächste wunderbar erzählte Coming of Age – Geschichte vor. Das Cover, eigentlich schlicht im 80er-Style, spricht mich alleine schon wegen der Farbgestaltung und dem Namen des Werkes an: Salto - Sprung. Es geht für Marko und seine Freundin Claire, die sich verkatert nach ihrer Abiturfeier am See ihrer Kleinstadt treffen um nichts mehr als den Sprung ins Leben. Medizin und Kommunikationswissenschaften wollen sie studieren, die wohlhabende Claire - logisch - im dekadenten München. Marko würde gerne mit, wartet aber auf die Zusage fürs Medizinstudium, egal wo. Nur möglichst nicht in Budapest. Wir erahnen, dass sich die Wege von Marko und Claire trennen werden, nach dem Sprung ins echte Leben also auch die erste große Tragödie. Wobei, für Marko ist es schon die zweite nach dem Tode seiner Mutter. Nachdem Claire psychisch erkrankt, erkrankt Marko ebenfalls während seines Studentendaseins in Budapest. Scheint dort alles wichtiger als das Studium selbst, kommt wie aus dem Nichts eine Autoimmunerkrankung hinzu, die ihn zur Rückkehr nach Hause zu seinem Vater zwingt, dessen Leben ebenfalls aus den Fugen geraten ist. Nach fast einem Jahr trifft Marko hier wieder auf Claire, und beide angeschlagen aber nicht entmutigt, schaffen gemeinsam den erneuten Sprung ins echte Leben. Gut gefallen hat mir zudem, wie sich dem Leser zum Ende des Buches der Titel erschließt.
Vielleicht bin ich gerade sehr glücklich, sagt Marko an einer Stelle. Ich bin es über dieses Buch.
Vielleicht bin ich gerade sehr glücklich, sagt Marko an einer Stelle. Ich bin es über dieses Buch.